Gangelt: Konzert in der Hauptschule: 50 Musiker von West-Harmony

Gangelt: Konzert in der Hauptschule: 50 Musiker von West-Harmony

Ein außergewöhnliches Konzert in der Aula der Gangelter Hauptschule fand jüngst zahlreiche begeisterte Zuhörer. Für die West-Harmony war es das letzte Konzert der aktuellen Arbeitsphase, und so ist es nicht verwunderlich, dass sich die knapp 50 Musiker noch einmal besonders ins Zeug legten.

Der eindeutige Schwerpunkt des Ensembles unter der Leitung von Martin Kirchharz lag bei den Originalkompositionen für symphonisches Blasorchester. Eröffnet wurde das Konzert daher mit der „Ovation Overture“ von James L. Hosay, die im Stile amerikanischer High-School-Orchester alle Register des symphonischen Blasorchesters kurz vorstellt.

Bei „Man in the Ice“, einer Komposition des Österreichers Otto M. Schwarz, unternahm das Ensemble mit seinem Publikum eine Zeitreise in die Jungsteinzeit und erlebte einen Tag im Leben des Mannes, der 1991 als Gletschermumie „Ötzi“ in die Geschichte einging.

Von den Ötztaler Alpen in Südtirol ging es an den Jordan nach Jericho. Die gleichnamige Komposition von Bert Appermont erzählt die biblische Geschichte um die Eroberung der Stadt durch die Israeliten. Mit „Dusk“ begab sich das Orchester auf für das Publikum relativ neues Terrain. Der Komponist Steven Bryant setzt in diesem Werk das Farbenspiel nach einem Gewitter am New Yorker Abendhimmel musikalisch um. Herausgekommen ist ein Stück voller beeindruckender Klangfarben, die auch das Orchester in allen Farbschattierungen erklingen ließen.

Spätestens mit der „Tom Sawyer Suite“ von Franco Cesarini konnte das Orchester unter Beweis stellen, dass es mittlerweile aus seinen Kinderschuhen herausgewachsen und eine feste musikalische Größe des Kreises geworden ist. In fünf anspruchsvollen Sätzen der Suite konnten die Musiker ihr ganzes Können unter Beweis stellen.

Um aber auch der populären Musik Rechnung zu tragen, verabschiedete sich das Ensemble mit einem mitreißenden Medley zum Musical „Tanz der Vampire“ und riss ein begeistertes Publikum buchstäblich von den Stühlen. Damit verabschiedete sich die West-Harmony nicht nur in die Pause, sondern beendete auch ihre aktuelle Arbeitsphase.

Die neue Arbeitsphase beginnt bereits am 23. November. Neue Musiker werden ab sofort wieder aufgenommen. Interessenten können sich unter west-harmony@gmx.de mit dem Orchester in Verbindung setzen. Einzige Voraussetzung ist es, bereits einige Jahre Erfahrung auf dem eigenen Instrument, aber auch im Orchester mitzubringen.

Den zweiten Konzertteil bestritt das westfälische Blechbläserdezett „Hammer Blech“ mit einen Hörgenuss der besonderen Art. Die Mitglieder von Hammer Blech sind musikalisch zum größten Teil in Posaunenchören, Blasorchestern und Ensembles aus Hamm und Umgebung aufgewachsen. Der überwiegende Teil von ihnen betreibt die Blechbläserei aber als anspruchsvolles Hobby.

Den Auftakt zur zweiten Konzerthälfte bildete das Konzert für Piccolotrompete von Johann Sebastian Bach. Den Solopart übernahm der beeindruckende junge Trompeter Christoph Turwitt, der für das Ensemble häufig die Werke arrangiert. Mit der Ouvertüre zu Giuseppe Verdis „La Forza del Destino“ bewies das Ensemble seine unglaubliche Flexibilität, ist doch diese Ouvertüre eigentlich für großes Orchester geschrieben.

Spätestens mit Chick Coreas „Spain“ und einem Medley zu „West Side Story“ konnte Hammer Blech das Publikum von sich überzeugen. Mitreißende Rhythmen und technisch sowie musikalisch atemberaubende Soli ließen den Funken auf das Publikum überspringen. Aber auch mit nachdenklichen Tönen im schlichten aber wirkungsvollen „Daham“ aus Österreich überzeugten die jungen Musiker durch perfektes Zusammenspiel. Mit Gershwins „I got Rhythm“ und einem Abendchoral verabschiedete sich das dynamische Dezett vom Gangelter Publikum.

(hama)