Kontrolleure nehmen den Monschauer Weihnachtsmarkt unter die Lupe

Städteregion: Keine bösen Überraschungen auf dem Monschauer Weihnachtsmarkt

Sie kommen regelmäßig, ohne Ankündigung und ohne Einladung. Niemand kann ihnen den Zutritt verwehren. Sie führen auch nichts Böses im Schilde, sind immer gesprächsbereit und wollen am Ende eigentlich nur, dass es allen gut geht. Die Rede ist von den Lebensmittelkontrolleuren der Städteregion, die im Dezember wieder Hochsaison haben.

Dann öffnen die Weihnachtsmärkte, und es duftet nach Reibekuchen, Waffeln und Glühwein. Dieser Duft zieht nicht nur die Menschen in Massen an, sondern auch die behördlichen Wächter über die Lebensmittelproduktion, deren Aufgabe es ist, darauf zu achten, dass die gesetzlichen Vorschriften eingehalten werden.

Dr. Mathias Boese (r.) und Ralf Wüstkamp vom Amt für Verbraucherschutz der Städteregion kontrollieren auch im Schneetreiben.

Am Freitag nun war der idyllische Weihnachtsmarkt in der historischen Monschauer Altstadt das Besuchsziel der Kontrollgruppe, bestehend aus drei Vertretern des städteregionalen Amtes für Verbraucherschutz und verstärkt durch den Inspektionsdienst des NRW-Umweltamtes.

Besuch spricht sich schnell herum

Im Nordeifeler Schneetreiben steuert das Quartett zunächst den Stand von Klaus Zimmermanns am Café Weekend an. Es dauert nicht lange, und auch alle anderen Budenbesitzer wissen, dass die Lebensmittelkontrolleure unterwegs sind. Das spricht sich eben schnell herum. Es ist bereits der zweite Besuch — die erste Runde galt vor allem den Imbissbetrieben.

Im Imbiss- und Getränkestand des Monschauer Gastronomen gehen die in weiße Arbeitskittel gehüllten Kontrolleure routiniert an die Arbeit. Sind Zusatzstoffe und Allergene deklariert? Auf welche Weise wird der Glühwein erhitzt? Wie steht es um die Temperatur des Frittierfetts? Ist ein Handwaschbecken vorhanden? Sind die Hygienevorschriften generell eingehalten worden?

Den beiden Prüfern — Stefan Schnitzler von der Städteregion und Martin Kühn, Wein- und Spirituosenkontrolleur im Auftrag des Ministeriums — ist schnell klar, dass es wenig Grund zur Beanstandung gibt. Man kennt sich halt aus früheren Begegnungen. „Das ist ein vorbildlicher Stand“, sagen die Prüfer und verabschieden sich. Auch Klaus Zimmermanns ist zufrieden: „Schön, dass Sie da waren“, ruft er ihnen zum Abschied zu. Das Angebot, noch einen warmen Kakao zu probieren, müssen die Kurzbesucher ablehnen, damit der Zeitplan eingehalten werden kann.

Die sensorische Glühweinprüfung per Testschluck hat sich Martin Kühn diesmal geschenkt, weil das Getränk per Durchlauferhitzer auf Temperatur gehalten wird. „Bei Kochkesseln schaue ich schon mal genauer nach“, sagt der Inspekteur. Auch wenn ein Glühweinkessel dampft, ist das für Kühn ein Signal, tätig zu werden. Dann liegt die Temperatur wahrscheinlich über den maximal zulässigen 78 Grad, der Alkohol verdampft und der Zucker karamellisiert. Mindestens sieben Prozent Alkohol müssen es schon sein.

Ist das nicht eigentlich ein Traumjob, Glühweine auf Weihnachtsmärkten oder auch im Labor zu verkosten? Kühn betrachtet die Aufgabe eher nüchtern: „Wenn Sie 40 Glühweinproben auf dem Tisch stehen haben, ist das kein toller Job mehr“, sagt er und erinnert sich an eine Probe aus dem vorigen Jahr: „Der Glühwein hatte nur ein Volumenprozent, schmeckte bitter, und die Gewürze fehlten auch noch.“ Für den Anbieter dieses Gesöffs gab es die gelbe Karte in Form einer Belehrung mit Auflagen.

Auch wenn „Winzerglühwein“, der meist teurer ist, angeboten wird, schalten die Lebensmittelkontrolleure auf erhöhten Aufmerksamkeitsmodus. Gegebenenfalls fordern sie einen schriftlichen Liefernachweis ein, oder es kommt auch vor, dass Martin Kühn seinen Kontrolleurskollegen in Rheinland-Pfalz in die Prüfung beim Winzer vor Ort einbindet, ob beispielsweise die gelieferten Mengenangaben übereinstimmen.

Nicht aus heiterem Himmel

Der Besuch der Lebensmittelkontrolleure kommt für die Monschauer Budenbesitzer nicht aus heiterem Himmel. In Zusammenarbeit mit der Monschau-Touristik als Marktveranstalter gab es im Vorfeld bereits eine Infoveranstaltung, und auch für die ganz kleinen Märkte in der Region ist die Behörde beratend tätig.

Besonders problematisch, erläutert Lebensmittelüberwacher Dr. Mathias Boese, seien die Einsteiger auf den Weihnachtsmärkten. Da fehle es oft noch an Grundlagenwissen zum Thema Hygiene.

Mit Glühwein, Kakao und Waffeln lockt der Stand von Gerald Kaulard auf dem Monschauer Marktplatz. Ein kräftiger Graupelschauer zieht an den Fachwerkfassaden vorbei und steigert die Lust auf einen Glühwein, aber die Lebensmittelkontrolleure haben keinen Blick für die winterliche Szene. Zu den vier Mitarbeitern in der kleinen Holzbude gesellen sich jetzt noch zwei Besucher, die ihren Prüfkatalog abarbeiten und noch einen halben Liter Glühwein fürs Labor mitnehmen. Bei dieser Enge gibt es beim besten Willen nichts zu verbergen.

Das sieht auch Gerald Kaulard so, der die Lebensmittelkontrolleure nicht ungern sieht. Man sei immer für Anregungen offen. „Und letztlich dient die gesamte Aktion ja nur dem Kunden.“