Kreis Düren: Kommentiert: Die Zeit für ein Umdenken bei der Kandidatensuche ist reif

Kreis Düren: Kommentiert: Die Zeit für ein Umdenken bei der Kandidatensuche ist reif

Die SPD hat den Abstand zum alten und neuen Amtsinhaber verkürzt. Die Wahl hat Peter Münstermann dennoch verloren. Und das, obwohl die Genossen überzeugt sind, dass die Zeit reif für einen Wechsel sei. Es stimmt, dass Wolfgang Spelthahn in der Vergangenheit nicht unumstritten war.

Gleichzeitig hat er aber das Image eines Machers, eines Verwaltungsfachmanns. Darauf hätte die SPD eine personelle Antwort finden müssen. Die Weichen für die gestrige Niederlage wurden womöglich schon vor einem Jahr gestellt. Mit 47:35 Stimmen hatte sich die Partei damals gegen den in Düren lebenden Leiter des Aachener Kulturbetriebs, Olaf Müller, und für den Landtagsabgeordneten Peter Münstermann entschieden.

Müller, der in Aachen großes Ansehen genießt, war in weiten Teilen der Partei an der Rur unbekannt. Offenbar ein Manko. In seiner Bewerbungsrede verwies er aber auf seine Führungskompetenz als Leiter des Kulturbetriebs mit 200 Mitarbeitern und einem Jahresbudget von 19 Millionen Euro.

Münstermann hatte Stallgeruch, kannte den Kreis Düren, war bekannt — und erhielt den Zuschlag. Die Bürger allerdings trauen Wolfgang Spelthahn mehr zu, die Kreisverwaltung mit über 1000 Mitarbeitern zu führen. Die SPD hätte gut daran getan, rechtzeitig einen Kenner der kommunalen Verwaltung, der durchaus Visionen haben darf, als Gegenkandidaten aufzubauen und bekanntzumachen.

Das wäre kein mutiger, sondern ein notwendiger Schritt gewesen. Ein Parteibuch reicht nicht mehr aus. In den kommenden fünf Jahren muss dieses Versäumnis nachgeholt werden.

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