Kommentiert: Das Einbruchsradar ist keine Hilfe

Kommentiert: Das Einbruchsradar ist keine Hilfe

Die Transparenz der „bitteren Realität in NRW“. Das war es, was die CDU-Landtagsfraktion im Februar haben wollte, als sie den Innenminister dazu aufforderte, das Einbruchsradar für Bürger freizuschalten.

Überraschend schnell hat Ralf Jäger (SPD) dieser Forderung nachgegeben. Seit Mittwoch kann sich jeder die Einbrüche der zurückliegenden Woche im Polizeibezirk der Städteregion selbst ansehen. Und siehe da: Die Realität ist tatsächlich bitter. Allein in Herzogenrath und Würselen hat es binnen einer Woche über zwei Dutzend Einbrüche gegeben.

Doch was bedeutet diese Information? Dass Würselen und Herzogenrath besonders unsicher sind? Dass Würselen und Herzogenrath nun sicher sind, weil die Täter weitergezogen sind? Oder womöglich gar, dass die Immobilienpreise in Herzogenrath und Würselen bald in den Keller gehen, weil die Menschen das direkte Grenzgebiet aus Angst vor Einbrüchen verlassen wollen? Alles reine Spekulation.

Und das ist das Problem des Einbruchsradars: Es zerrt ein Teil des komplexen Puzzles polizeilicher Ermittlungsarbeit an die Öffentlichkeit und lässt sie damit alleine. Abgesehen davon hat bislang keine Polizeibehörde, die das Radar im Vorfeld getestet hat, die Anzahl der Einbrüche nennenswert gesenkt. So ist das Einbruchsradar keine Hilfe. Es ist ein Beitrag zur allgemeinen Verunsicherung.

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