Unterschriftenlisten übergeben: Klimaentscheid ist nun ein Fall für den Rat

Unterschriftenlisten übergeben : Klimaentscheid ist nun ein Fall für den Rat

Mehr als 11.000 Unterschriften für ein klimaneutrales Aachen bis 2030 sind jetzt offiziell der Stadt übergeben worden.

Wenn es schon keine Diskussion gibt, dann wenigstens viel Applaus. Den Klima-Aktivisten, die am Mittwoch mit exakt 11.792 Unterschriften verpackt in sechs Aktenordnern im Stadtrat anrückten, wurde am Tagungsort im Geschwister-Scholl-Gymnasium ein freundlicher Empfang bereitet.

Seit vergangenem Sommer haben sie Unterschriften für den Klimaentscheid Aachen gesammelt, mit dem sie eine drastische Begrenzung der CO2-Ausstoßes fordern und sich für ein klimaneutrales Aachen bis 2030 und die Einhaltung der Pariser Klimaziele aussprechen. Jetzt haben sie ihre Forderung als Einwohnerantrag in den Rat eingebracht.

„Ein ganz tolles Projekt“, befand Bürgermeisterin Hilde Scheidt, die die Unterschriftenlisten in Vertretung der erkrankten Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen entgegengenommen hat. Eine Diskussion und einen Beschluss in der Sache gab es noch nicht. Denn zunächst werden die Unterschriften und die Zulässigkeit des Einwohnerantrags geprüft. Mit den Forderungen des Klimaentscheids wollen sich die Ratspolitiker voraussichtlich in der Mai-Sitzung befassen.

Mit viel Widerspruch rechnen die Verfechter des Klimaentscheids nicht, da die Stadt bereits 2019 den Klimanotstand ausgerufen hat und zwischenzeitlich auch ein umfängliches Klimaschutzkonzept verabschiedet hat. Was fehlt, sind jedoch verbindlich festgelegte Ziele und zeitliche Vorgaben für die CO2-Einsparungen. Die Ergebnisse müssten immer wieder überprüft werden, fordern die Aktivisten.

Wie sie sich eine Umsetzung vorstellen, haben sie unter anderem in einem sogenannten Klimastadtplan dargelegt. Sie setzen dabei unter anderem auf eine regenerative Stromerzeugung, energetische Gebäudesanierung, ein Umsteuern in der Verkehrspolitik und neue Recyclingkonzepte.

(gei)