Erkelenz-Lövenich: Kleine Hänger, lang anhaltender Applaus

Erkelenz-Lövenich: Kleine Hänger, lang anhaltender Applaus

Mit der Premiere der Komödie „Pension Hollywood” von Erich Koch feierte die Laienspielschar Nysterbachbühne Lövenich in der ausverkauften Mehrzweckhalle einen grandiosen Erfolg. Das Publikum drückte es am Schluss mit lang anhaltendem Beifall und Bravo-Rufen aus.

Die Theatergruppe setzte eine seit 1999 laufende Tradition fort, sie soll beibehalten werden, versprach Hans-Peter Hintzen im Dank an die Theatergruppe, an die Mitglieder auf der Bühne und hinter den Kulissen. Wer an diesem Abend nach Hollywood wollte, nahm die Gelegenheit wahr und ließ sich von der Nysterbachbühne führen, die Hollywood gewaltig auf die Schippe nahm. Was das Publikum zusätzlich mit besonderem Beifall auf offener Bühne belohnte, waren die ungewollt kleinen Hänger. Die Leute mögen die ungewollten Einlagen, Regisseur Eugen Symanski weniger. Er drückte diesmal mit einem Lächeln ein Auge zu.

Hollywood war jetzt nicht die weltbekannte Filmmetropole, sondern eine gleichnamige Pension, in der es drunter und drüber ging. Die witzigen und mit Lokalkolorit vermischten Dialoge und vortreffliche Schauspielerei ließen den Abend nicht lang werden. Es war geballter Humor auf dörflicher Bühne. Ein prächtiges Bühnenbild sorgte für angenehme Atmosphäre.

Zur turbulenten Geschichte: Sofie Laubenpieper (Angela Küppers-Bohn in einer Paraderolle) war zum wiederholten Male 49 Jahre alt geworden. Nach der Geburtstagsfeier bereitete sie sich mit ihren Schwestern Martha (Daniela Moszynski) und Lotte Meisenkaiser (Sabine Weitz) auf einen Wellnessurlaub vor, weil Ehemann Hubert (Erich Schmitz), wie immer, seiner Frau nur einen Schnellkochtopf geschenkt hatte. Und weil er Arbeit scheute, stellte er für die Zeit ohne Ehefrau Max (Jochen Weitz) als Aushilfe ein.

Dieser glaubte, im früheren Leben ein Indianer gewesen zu sein. Er suchte sich selbst und ein bestimmtes Muttermal, das er später bei der Vertreterin für Damenunterwäsche Lydia Spitzgras (Marlies Bethke) fand. Sie quartierte sich ebenfalls in der Pension ein wie auch der vergeistigte Ornithologe Dr. Otto Maria Honigmund (eine Glanznummer von Erwin Bethke), der nur für seine Vögel lebte. Turbulent wurde es, als Bruno (Johannes Stoffels) und Tina (Carola Althun) als Bankräuber auf der Flucht vor der Polizei in der Pension auftauchen und sich als Filmleute von Hollywood ausgeben und nach passender Kulisse und Schauspielern suchen.

Die Chance, im Film mitzuwirken, lassen sich natürlich Lydia, Hubert, Max und die beiden Schwestern nicht entgehen. Selbst die durch den Bankraub am Abflug gehinderte Sofie erliegt der Versuchung. Die Verwirrung wird größer, als Kurt Schnüffel (Bernd Roebers) als Polizist den Ganoven auf der Spur ist. Als die Bankräuber ihr verstecktes Geld nicht mehr finden, fesseln sie die Bewohner. Lotte erledigt die Ganoven mit Hilfe von Otto und Sofie erwartet für die Pension die ausgesetzte Belohnung. Alle strahlen, nur Hubert nicht. Er sieht beim anstehenden Umbau eine arbeitsreiche Zeit auf sich zukommen.

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