Erkelenz: „Kleine Eheverbrechen” begeistert die Zuschauer

Erkelenz: „Kleine Eheverbrechen” begeistert die Zuschauer

Ein kurzes, herzliches Gespräch mit den beiden sympathischen Hauptdarstellern in einem griechischen Restaurant war ein schöner Abschluss nach einem gelungenen Theaterabend in der Stadthalle.

Mit „Kleine Eheverbrechen” des französischen Erfolgsautors Eric-Emmanuel Schmitt stand ein Stück auf dem Programm, das sowohl inhaltlich als auch schauspielerisch ein voll besetztes Haus begeisterte.

Zum Inhalt: Lisa hat ihren Mann Gilles aus dem Krankenhaus nach Hause geholt. Er hat durch einen Unfall sein Gedächtnis verloren und versucht jetzt mit Hilfe seiner Frau, mit der er 20 Jahre verheiratet war, ins wahre Leben zurückzufinden.

Und nun entwickelt sich das große Aber: Die Geschichte einer Amnesie und die Versuche, dem Gedächtnisverlust nach und nach auf die Spur zu kommen und Wege zu seiner Überwindung zu finden, entpuppt sich nach und nach zu einem immer komplizierter werdenden Verwirrspiel, bei dem Schein und Sein durcheinander geraten und erst am Schluss so etwas wie ein Happy End sich abzeichnet.

Bis dahin ist jedoch ein weiter Weg, der dauernd seine Richtung ändert, in manche Sackgasse führt und eine Dauerspannung aufrecht erhält, die stets begleitet wird von der Frage, wo und wie das alles wohl enden möge. Und alles dreht sich - wie könnte es anders sein? - um die Liebe, genauer um die Liebe in der Ehe, die ja besonderen Voraussetzungen und Bedingungen unterworfen ist: Angefangen vom meist himmelhoch Jauchzen zu Beginn über die Gewöhnungen und Abkühlungen des grauen Alltags bis hin zu möglichen tödlichen Krisen.

Dabei geht es immer auch um die Frage, wie in dieser Zweisamkeit die/der Einzelne sich entwickelt und auch behauptet und wie sie/er mit enttäuschten Erwartungen fertig wird. Man kann auch sagen, wie Schmitt es in seinem Stück meint, dass es keine Liebe ohne Leid gibt; und vor zweitausend Jahre schrieb der kluge Horaz: „Das Schlimme in der Liebe ist, dass Krieg und Frieden ständig wechseln.”

Das Euro-Studio Landgraf brachte mit „Kleine Eheverbrechen” unter der Regie des polnischen Regisseurs Krzysztof Zanussi und mit Eleonore Weisgerber und Peter Bongartz als Ehepaar Andary ein Werk auf die Bühne, das mit intelligenten Dialogen, Humor und Wortwitz, raffiniert ausgelegten Fährten, einer gekonnten Mischung aus Psychothriller und Beziehungskiste die vielfältigen Themen rund um Liebe und Ehe ausleuchtete - um dann wieder ins Geheimnisvolle unergründlicher menschlicher Beziehungen abzutauchen.

Ein besonderes Lob für große schauspielerische Präsenz und die intensive Darstellung zweier Charaktere auf der Suche nach sich selbst und dies im Zusammenleben einer Ehe gebührt Eleonore Weisgerber und Peter Bongartz.

Da war nichts von Routine zu spüren oder dem Herunterspielen einer Rolle, die man nun einmal übernommen hatte. Mit starkem Beifall wusste das Publikum dies auch am Ende zu würdigen. Apropos Publikum: „Vor einem solchen Publikum zu spielen, macht uns großen Spaß”, gestanden die beiden im anfangs erwähnten Gespräch.