Aachen: Kleine Bücher sollen Kinder stark machen

Aachen: Kleine Bücher sollen Kinder stark machen

Aufklärung ist schon bei den Jüngsten wichtig: Wenn Kinder wissen, wie sie sich in heiklen Situationen verhalten müssen, könnten Straftaten vermieden werden.

Bei der Prävention von sexuellem Missbrauch sollen nun zwei „Pixi”-Bücher helfen. Eins richtet sich an Jungen, eins an Mädchen. Die Opferschutzorganisation „Weißer Ring” und das Kriminalkommissariat Vorbeugung der Aachener Polizei wollen erreichen, dass Eltern ihrem Nachwuchs schon im Kindergartenalter daraus vorlesen.

Denn: Sexueller Missbrauch von Kindern ist kein Einzelfall. Im Jahr 2010 wurden 80 Kinder in der Städteregion Opfer von sexuellem Missbrauch. Ute Bauer vom Kommissariat Vorbeugung geht allerdings von einer hohen Dunkelziffer aus: „Studien zeigen, dass auf einen angezeigten Fall zehn bis 15 nicht angezeigte Vergehen kommen. Gerade Täter aus dem nahen Umfeld der Kinder werden oft nicht angezeigt.”

Die „Pixi”-Bücher werden nun in den Kindergärten, die Bauer im Rahmen ihrer Präventionsarbeit aufsucht, verteilt. Die Kernaussagen des kleinen Buches sind: Kinder haben eine Bestimmungsrecht über ihren eigenen Körper und dürfen selber entscheiden, wer sie wo anfasst. Sie sollen ihre Gefühle wahrnehmen und sich auf ihr Bauchgefühl verlassen. Kinder werden dazu ermutigt, „Nein” zu sagen, wenn sie etwas nicht wollen. Zudem geht es um den Umgang mit Geheimnissen. Das Buch richtet sich an Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren.

„Wir möchten, dass unsere Kinder sicher leben, und sind davon überzeugt, dass die Texte und Bilder die Kinder erreichen. Kinder lernen verstehen, dass sie auf ihre Gefühle hören sollten und sich nicht von jedem fotografieren lassen müssen”, sagt Manfred Kals vom Weißer Ring. Dabei spielen die Eltern eine wichtige Rolle. Bauer will den Eltern mit auf den Weg geben, was sie in der Erziehung tun können, damit ihre Kinder nicht zum Missbrauchsopfer werden. Dabei kann auch das Vorlesen der Bücher helfen.

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