Städteregion: Kitas und Schulen erhalten Auszeichnung für Klima-Projekt

Städteregion: Kitas und Schulen erhalten Auszeichnung für Klima-Projekt

Schrittweise einer klimaverträglichen Lebensweise näher zu kommen, ist nicht nur ein hehres gesellschaftliches Ziel, sondern eine Notwendigkeit. Aber die Deutschen sind in diesem Punkt kein geeignetes Vorbild: Mehr als zwölf Tonnen CO2-Equivalent produziert ein durchschnittlicher Bundesbürger jedes Jahr.

Das ist sechsmal so viel, wie es nach Berechnungen des Umweltbundesamtes sein dürften. Weil man mit der Forderung nach Konsumverzicht aber keine Wahlen gewinnt, lernen eben die Kinder, wie es besser geht.

Mehrere Kitas und Förderschulen in der Städteregion haben dazu wieder am Projekt „Aktiv fürs Klima“ teilgenommen und in den vergangenen zwölf Monaten nach Möglichkeiten der Energieeinsparung gesucht. Und sie sind fündig geworden. Dinge tauschen statt wegzuwerfen, nicht unnötig Licht anmachen oder die Heizung etwas herunterdrehen — das alles hat geholfen, im vergangenen Jahr 178.344 Kilowattstunden Energie einzusparen. Das entspricht im konkreten Fall einer Reduktion von rund zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr.

„Es ging uns aber nicht nur um die effektiven Einsparungsmöglichkeiten, sondern auch darum, die Kinder für den Energieverbrauch und ihren ökologischen Fußabdruck zu sensibilisieren“, sagt Thomas Pilgrim, kommissarischer Leiter des städteregionalen Dezernats für Bauen, Umwelt und Verbraucherschutz.

Dabei haben auch Lehrer, Eltern, Hausmeister und Sportvereine mitgemacht, und das hat sich letztlich auch finanziell gelohnt: Bei der diesjährigen Abschlussveranstaltung wurden an die Schulen und Kitas jetzt insgesamt 9244 Euro Prämien ausgeschüttet.

Vor allem aber hat das Projekt die Kinder auf die ganz greifbaren Folgen des Konsums aufmerksam gemacht, wie das Beispiel der Kita Löwenzahn in Roetgen zeigt. „Wir haben an einem Tag gemeinsam Müll gesammelt, und die Kinder waren ganz erstaunt, was etwa im Bereich des Rathauses alles achtlos weggeworfen wird“, schildert Leiterin Monika Dahmen. Einen anderen Weg wählte die Roda-Schule in Herzogenrath, wo die Schüler mit den Lehrkräften eine Woche lang vegetarisch gekocht haben.

Das sei zwar von einigen kritisch gesehen worden, aber auch dies sei eine wichtige Möglichkeit, Ressourcen zu schonen, betont Umweltberaterin Jeannette Raschke. „Wenn eine Familie nur an einem Tag in der Woche auf Fleisch verzichten würde, hätte das für die CO2-Bilanz etwa denselben Effekt, als wenn man das Auto einen Monat lang stehenlassen würde“, sagt sie.

Das in der Umsetzung jeweils eine Woche dauernde Projekt „Aktiv fürs Klima“ soll auch in diesem Jahr wieder stattfinden. Allerdings, so beklagt Raschke, sei die Resonanz bei den Bildungseinrichtungen mitunter verhalten, und es nähmen immer weniger teil. Das Ziel der Städteregion, bis 2020 den CO2-Ausstoß gegenüber 1990 um 40 Prozent zu reduzieren, dürfte bei Fortsetzung dieses Trends wohl wieder in etwas weitere Ferne rücken.

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