Kinkels Woche: Schüler, Spitzenpolitiker und Läufer mit bunten Socken

Kinkels Woche : Offene Fragen, ehrliche Antworten und ziemlich bunte Kniestrümpfe

Schüler, die einen Spitzenkandidaten treffen, „Schlaraffen“ und Läufer, die andere Läufer zum Lachen bringen – die Woche in der Lokalredaktion war wieder sehr abwechslungsreich und diesmal völlig ohne Kuchen. Aber lesen Sie selbst!

„Fahren Sie eigentlich ein Elektroauto?“ Die Frage von Noah Rosarius von der Europaschule Langerwehe an Manfred Weber, Spitzenkandidat der Europäischen Volkspartei (EVP,) kam für den 46-jährigen Politiker aus Bayern ziemlich überraschend. Aber Weber hat nicht lange überlegt und vor rund 150 Schülern aus sieben NRW-Kommunen, darunter eben auch Langerwehe, Jülich und Kreuzau, erzählt, dass er privat ein Hybrid-Auto fährt und sein Holzhaus mit einer Pelletheizung wärmt – alles fast völlig ohne, dass Kohlenstoffdioxid (CO2) ausgestoßen wird. Trotzdem, auch das hat Weber vor den Jugendlichen offen gesagt, sei sein CO2-Fußabdruck miserabel. „Aber ich mache derzeit Wahlkampf in 27 Ländern“, hat der Politiker erklärt. „Das geht nicht ohne Flugzeug.“ Klar, dass viele Schüler damit gerade in Zeiten von „Fridays for Future“ nicht einverstanden waren – einer hat sogar Videokonferenzen anstatt Wahlkampfterminen vor Ort vorgeschlagen. Am Ende waren die Jugendlichen von dem Christdemokrat dennoch überzeugt. „Ich teile nicht alle seine Meinungen“, hat ein Junge gesagt. „Aber ich hatte das Gefühl, dass er ehrlich ist. Und das habe ich bei den meisten anderen Politikern nicht.“

So oder so – die Veranstaltung in Düsseldorf war der beste Beweis dafür, dass es eben durchaus noch junge Leute gibt, die sich für Politik und sogar für Europapolitik interessieren. Und insofern war die Fragerunde mit Manfred Weber auch die perfekte Werbung, am 26. Mai unbedingt an der Europawahl teilzunehmen. Dass es solche Werbung braucht, haben mittlerweile auch die Politiker in der Stadt Düren verstanden. Am Samstag, 4. Mai, gibt es an der Kölnstraße zum ersten Mal einen gemeinsamen Stand von CDU, SPD, FDP und Linkspartei. Ohne Parteienwerbung, aber mit frischen Waffeln. Und mit Wahlwerbung für eine möglichst hohe Wahlbeteiligung am 26. Mai.

Ganz ehrlich? Meine Woche hat nicht besonders gut angefangen. Die Dürener Powervolleys haben das dritte Play-off in Berlin verloren – und sind schon wieder im Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft ausgeschieden. Nein, meine Kollegen und Kolleginnen haben mich am Montag nicht mit Trostkuchen oder einem Berg Taschentücher empfangen, aber auch blöde Sprüche sind mir erspart geblieben. Vermutlich weniger aus Anteilnahme, sondern einfach der Tatsache geschuldet, dass die bei uns bevorzugten Fußballvereine Borussia Mönchengladbach und der 1. FC Köln sich am letzten Spieltag auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben…

Und wo wir gerade schon einmal beim Thema Fußball sind: Fußball können die Volleyballer auch. Behaupten sie jedenfalls und schicken sich an, am Montag, 15. April, gegen Alemannia Straß (Anpfiff 19.30) den Beweis anzutreten. Die Powervolleys werden vollzählig erscheinen. Spielen werden aber nicht alle. Kapitän Michael Andrei zum Beispiel will nicht selbst kicken, sondern lieber von der Seitenlinie aus seinen Teamkameraden tüchtig Dampf machen. „Fußballer“, sagt er, „sind Leistungssportler. Und Volleyballer Schnellkraftsportler. Das wird bestimmt lustig.“

Neonfarbene Ringelsocken beim Dürener Stadtlauf. Foto: ZVA/Sandra Kinkel

Sportlich war – logischerweise – auch der Dürener Stadtlauf. Und die Outfits mancher Läufer waren auch ziemlich lustig. Und vor allen Dingen ziemlich bunt (dagegen sind die Turnschuhe, von denen hier in der vergangenen Woche die Rede war, absolut harmlos). Ich habe zum Beispiel Ringel-Kniestrümpfe in Neonfarben an mir vorbeilaufen sehen. Oder eine Läuferin von Kopf (Stirnband) bis Fuß (Schuhe) in Rosa.

Klar, spätestens bei Runde fünf, sahen die Zehnkilometer-Läufer nicht mehr besonders entspannt aus, als sie an mit vorbeigerannt sind. Trotzdem gab es einen, der fast jeden nochmal zum Lächeln gebracht hat: Peter Borsdorff. Der stand auch mit seiner Kamera an der Strecke, hat fotografiert und die Läufer angefeuert. Ganz, ganz viele hat er mit Namen angesprochen, fast alle haben zurückgelacht. Das war schön zu sehen, denn schließlich soll Sport ja auch Freude machen.

Wussten Sie, dass es in Düren eine Gruppe gibt, die sich „Schlaraffen“ nennt, sich einmal in der Woche in ihrer Burg trifft, schwarz-rote Umhänge trägt und sich selbst lustige Ritternamen gibt? Mir war das bis vergangenen Samstag völlig unbekannt. Aber die weltweite „Schlaraffia“-Bewegung hat mit der „Porta arduennae“ auch eine Gruppe an der Rur. Es geht um Freundschaft, Humor und Kultur. Und es sind ausschließlich Männer, die in dieser Verbindung mitmachen dürfen. Als ich zum Stiftungsfest in die Birkesdorfer Festhalle kam, dachte ich zuerst, ich sei versehentlich bei einer verspäteten Karnevalsveranstaltung gelandet. Zumal auch noch dauernd „Lulu“ (das ist der „Schlaraffen“-Schlachtruf) gebrüllt wurde. Die „Schlaraffen“ haben mich aber schnell eines Besseren belehrt. Und was soll ich sagen? Jeder Jeck ist anders.

Die Abiturienten hatten gestern ihren letzten Schultag überhaupt, alle anderen ihren letzten Schultag vor den Osterferien – allen wünsche ich eine gute Zeit. Wie immer an dieser Stelle meine Bitte: Anregungen, Kritik, Themenvorschläge – ich freue mich auf viele Mails! Bis nächste Woche.