Geilenkirchen/Alsdorf: Keine Aufregung über Noras fieses Wort

Geilenkirchen/Alsdorf: Keine Aufregung über Noras fieses Wort

Voller Erwartungen sahen viele Menschen in der Region dem „Filmereignis des Jahres” entgegen. Am Wochenende hatte das Warten ein Ende. Eigens für die Premiere von „Offroad - der Film” wurde im Alsdorfer Cinetower der rote Teppich ausgerollt, auf dem sich die Stars der Action-Komödie ihren Weg ins Kino bahnten.

Rund 13 Monate nach Abschluss der Dreharbeiten freuten sich besonders viele Geilenkirchener auf das Ergebnis des cineastischen Schaffens. Die Stadt an der Wurm wurde damals vom „Hollywood-Fieber” erfasst. Gerne erinnern sich die Bürger an den Oktober 2010, als die Filmcrew drei Wochen lang in Geilenkirchen sowie in manchen Außenorten mit viel technischem Gerät auffuhr und wichtige Filmsequenzen für die Kinoproduktion drehte, für die Paramount Pictures Germany den Verleih übernommen hat.

Regisseur Elmar Fischer hat für die Claussen+Wöbke+Putz-Produktion in Koproduktion mit dem ZDF seine Heimatstadt knapp zehn Minuten lang in Szene gesetzt. Viele erinnern sich auch daran, dass ein seltsames Gefährt mit Hörnern auf den Kühlergrill einen halben Tag lang zwischen Heinsberg und Tripsrath hin und her fuhr, bis diese Szene im Kasten war.

Unter den rund 750 Besuchern in Tower 7 und 6 befanden sich am Sonntagabend viele mitwirkende Statisten wie auch die Vertreter von Geilenkirchener Schützenbruderschaften. Einige Schützenbrüder allerdings waren anlässlich der Berlin-Premiere von „Offroad” , die jetzt stattfand, dorthin gereist und verbanden das mit einem Besuch der Bundeshauptstadt.

Auch sie bekamen die Hauptdarsteller Nora Tschirner und Elyas MBarek zu sehen, die zusammen mit Regisseur Elmar Fischer und Produzent Jakob Claussen am Sonntagabend über den roten Teppich in Alsdorf schritten. Überhaupt schien Alsdorf zu dieser Zeit „in Geilenkirchener Hand”, denn etwa 80 Prozent der Gäste waren aus der „Filmstadt” zur Premiere gekommen.

Mit einem Kleinbus angereist, wurden die Stars von zahlreichen Fans mit Jubel empfangen. Nora Tschirner, Elyas MBarek, Max von Pufendorf, Nele Kiper und Theresa Weißbach ließen die Autogrammwünsche und Fotobitten geduldig über sich ergehen, bevor sie sich zu Beginn der Filmvorführung noch einigen Fragen der Zuschauer stellten.

Regisseur Elmar Fischer dankte eingangs noch einmal der Stadt Geilenkirchen für die Unterstützung während der Dreharbeiten und beantwortete gleich die Frage, warum er denn ausgerechnet diese Stadt als Drehort ausgewählt habe. „Ich komme aus Geilenkirchen, ich kenne die Menschen hier, und da dachte ich sofort an meine Heimatstadt”, so der Regisseur. „Das eigens für den Film angefertigte Ortsschild steht jetzt in meinem Garten in Berlin”, hörten die Zuschauer vom Regisseur.

„Wie gefiel euch Geilenkirchen denn?”, richtete ein Besucher die Frage an Nora Tschirner. „Das sagt doch schon der Name”, antwortet die 30-jährige Hauptdarstellerin schlagfertig. Ihr habe es jedenfalls in der Stadt gefallen. Ob sie das bei „Offroad” gefahrene Auto lieber mit oder ohne Kokain haben wolle, kam eine scherzhafte Frage aus dem Publikum. „Was soll ich mit dem Auto?”, konterte Nora Tschirner.

Die Zuschauer bekamen eine handwerklich einwandfreie, unterhaltsame Actionkomödie zu sehen, die mit zündenden Dialogen und lockeren Sprüchen die Kinobesucher fast ohne Pause erheiterten. Bei dem Film geht es um „Meike” (Nora Tschirner), die sich mit dem Alltag in einer Kleinstadt nicht so recht anfreunden kann. Nachdem sie ihren Verlobten (Max von Pufendorf) auch noch in flagranti mit ihrer besten Freundin erwischt, will sie weg aus der Heimat. In dem bei einer Auktion vom Zoll ersteigerten Auto findet sie zu allem Überdruss noch 50 Kilo Kokain, die sie nun in der Großstadt Berlin an die „Kundschaft” zu bringen versucht.

Aus diesem Filmstoff ergibt sich eine Vielzahl von Verwicklungen und überraschenden Wendungen.

Regisseur Elmar Fischer hatte sich im Vorfeld noch andere Gedanken machen müssen, nämlich ob die Geilenkirchener ihm eine Szene, in der Nora Tschirner die Stadt als „Scheißkaff” bezeichnet, übel nehmen. Dies war bei der Premiere nicht der Fall, weil alle Zuschauer begriffen, dass die „Wutszene” in der 17. Minute der Handlung geschuldet ist.

„Dass unsere schöne Stadt als Beispiel für ein Provinznest herhalten muss, nehmen wir Geilenkirchener mit Humor”, sagt Premierengast Thomas Fiedler, Bürgermeister der Stadt, nach der Vorführung. „Das war jedenfalls ein sehr dynamischer Film, und ich hoffe, dass viele Menschen noch beim Nachspann auf den Stühlen sitzen und das Lob an unsere Stadt mitbekommen”, so Thomas Fiedler.

Am Ende spendete das Publikum lang anhaltenden Beifall. „Ich hatte zu keiner Minute Langeweile”, ist eine junge Frau begeistert, „die Zeit ging so schnell vorbei.” Das dürfte sicherlich das größte Lob für einen Film sein.

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