Düren: Karneval des guten Geschmacks und der Tradition

Düren : Karneval des guten Geschmacks und der Tradition

Zusammen mit der Capella Villa Duria sind die „Närrischen Nord Dürener” und die „Närrische Akademie” mit einem Konzert im Haus der Stadt in den Karneval gestartet.

Auch dieses Jahr wurden die passenden Töne des Abends dem Sinfonischen Blasorchester der Musikschule unter der Leitung von Renold Quade anvertraut. Durch den Abend führte gekonnt Prof. Herbert Schmidt. Die Zuschauer erlebten im vollbesetzten Konzertsaal einen ganz besonderen Abend mit niveauvollem Humor und guter Karnevalsmusik.

Die Stimmung im Saal stieg mit jedem weiteren Lied. Spätestens bei Willy Schneiders und Willi Ostermanns Liedern vom Wein, Rhein und Karneval saß das Publikum nicht mehr still. Es sang aus vollem Herzen mit, klatschte und schunkelte.

Das Kölner Duo „Knubbelefutz und Schmalbedaach” erzählte von Liebe und Romantik, sang Lustiges und dichtete Alltägliches. Das Publikum amüsierte sich bei Witzen über die Sachsen, Düsseldorfer und Bayern. So kam der Schmalbedaach aus dem Urlaub in Bayern zurück, wo es nur geregnet habe. Aber warum bist du ganz braun?, fragte Knubbelefutz. Das ist Rost, beschließt der Schmalbedaach.

Mit der Chorprobe des „Gesangvereins vom Bummelsdof” gewährten Solisten der Capella Villa Duria den Zuschauern einen Blick hinter den Kulissen. Thomas Bonni, der strenge Gesanglehrer, musste sich nur Ausreden von seinen verspäteten Schülern anhören. Am Ende gibt er selber zu: „Wer keinen Rausch hat, ist kein braver Mann”.

Der Schwerpunkt des Konzerts lag auf Ur-Dürener Karnevalsliedern. Renold Quade hat sich mit Karl August Ploennes und Karl-Heinz Pakulat, beide aktive Mitglieder der Karnevalsgesellschaft „Narrenzunft” und beide Komponisten und Texter vieler Dürener Karnevalslieder, an einen Tisch gesetzt.

Ein Medley entstand aus den fünf Karnevalsliedern über Düren, über Dürener Platt, Feste an der Rur, Karneval und die Eifel. Bevor Schmidt zum Karnevalskonzert nach Düren kam, „fast am Rande des Herzens vom Rheinland”, wollte er eine Gedenkminute einlegen. Möglich war das nicht - denn er war in Düsseldorf. Es muss wohl wirklich an Düsseldorf gelegen haben, denn denken kann der jute Mann, der Sparkassen-Vorstand und Karnevalsbegeisterte.

Im Laufe des Abends sind ihm viele gute Gedanken gelungen. An Dürens traurige Geschichte dachte er und an Egon Schiffer, an die Traditionen, an die Menschen und an den Erhalt des Kulturguts. Er konnte eine Brücke bauen zwischen traurigeren Zeiten und dem Karneval und schaffte es dabei, die Stimmung im Haus der Stadt beizubehalten und den Karneval des guten Geschmacks und der Tradition feiern zu lassen.