Aachen: Karlspreis: Interesse ist groß

Aachen : Karlspreis: Interesse ist groß

Das Karlspreisdirektorium wird sich in Kürze mit der Feuerwehr zusammensetzen. Unter anderem soll die Anzahl der Gäste beim Karlspreis besprochen werden.

Verhandlungen sind angesagt: Wie viele Gäste dürfen der diesjährigen Karlspreisverleihung an den italienischen Staatspräsidenten Carlo Azeglio Ciampi beiwohnen?

„Es haben so viele Landsleute Ciampis Interesse bekundet, dass wir wohl einiges tun müssen”, sagte gestern Oberbürgermeister Dr. Jürgen Linden. „Die Freude über die Ehrung ist riesig.”

Routine ist angesagt. „Die Vorbereitungen laufen in geregelten Bahnen”, so der OB und der Sprecher des Karlspreisdirektoriums, Professor Dr. Walter Eversheim. Wie jedes Jahr wird es ein umfangreiches Rahmenprogramm rund um die Karlspreisverleihung geben, wie in jedem Jahr bemüht man sich, den Karlspreisträger schon am Vortag für Aachener Veranstaltungen gewinnen zu können.

Fest steht, dass Ciampi am traditionellen Karlspreis-Forum teilnimmt. Das Forum wird in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit der AMB Generali veranstaltet. Prominentester Gast des traditionellen Abendessens am Vorabend ist neben dem Karlspreisträger Bundesinnenminister Otto Schily. Schily nimmt auch an der Verleihung am Himmelfahrtstag teil.

Ciampi selbst hat schon in Rom, als Linden und Eversheim ihm den Karlspreis offiziell antrugen, angedeutet, eine „richtungweisende Rede” halten zu wollen. Linden: „Wir versprechen uns angesichts der Diskussion um die europäische Verfassung sehr viel von seinem Beitrag.” Ciampi habe gesagt, dass der Karlspreis für ihn Antrieb sei, in der Tradition der großen Europäer weiterzuwirken an der Einigung eines friedlichen Europa. Dass gerade Aachen dafür ein gutes Forum bietet, davon hat sich Ciampi schon bei der Verleihung des Karlspreises an den Euro im Jahre 2002 überzeugen können. Ciampi wurde beim Besuch des Katschhoffestes nach der Verleihungszeremonie frenetisch gefeiert. Linden: „Das hat ihn schwer beeindruckt.”

Mehr Werbung für den Karlspreis, aber vor allem auch mehr Werbung für den Gedanken der europäischen Einigung erhofft sich das Direktorium von den neuen Schirmherren der Karlspreisstiftung. Neben Bundespräsident Horst Köhler, der die Laudatio auf Ciampi halten wird, sind dies Spaniens König Juan Carlos I., der belgische König Albert II., der Großherzog von Luxemburg Henri sowie der österreichische Bundespräsident Heinz Fischer.

In Zeiten, in denen in vielen Ländern über die europäische Verfassung diskutiert werde, in denen aber gleichzeitig auch wieder antieuropäische Bestrebungen erstarken, sei es wichtiger denn je, das europäische Gedankengut durch prominente Weggefährten zu verbreiten, betonte Jürgen Linden. „Wir brauchen eine größere Verbreitung der Idee des Karlspreises, weil wir eine größere Verbreitung der europäischen Idee brauchen”, so Linden.