1. Karlo Clever

Langenfeld: Woher kommen all die Plastik-Tuben?

Langenfeld : Woher kommen all die Plastik-Tuben?

Du benutzt sie beim Zähneputzen. Du nimmst sie in die Hand, wenn du dich eincremst oder Schuhe putzen willst. Überall finden sich Kunststoff-Tuben. Aber wo kommen sie her?

Zum Beispiel aus einer Fabrik in Langenfeld im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Dort arbeitet auch Nicolo Gagliardi. Er verrät, wie die Tuben hergestellt werden. „Zuerst müssen wir uns aber die Hände desinfizieren und ein Haarnetz aufsetzen“, sagt er. Denn bei der Herstellung von Tuben muss alles supersauber sein. Dann geht es in die große, helle Fabrikhalle.

Jeden Tag entstehen dort rund 400.000 Tuben — etwa für Duschgel. Es beginnt mit einer großen Rolle Kunststofffolie. Fachleute sprechen von Laminat. „Zum Teil wird sie bedruckt angeliefert, zum Teil bedrucken wir die Folie selbst“, erklärt Nicolo Gagliardi.

Als Erstes wird die Folien-Rolle aufgespannt. Das bedeutet, sie wird in die große Maschine eingesetzt. Dann geht alles ganz schnell: In einer irren Geschwindigkeit saust die Folie durch die Maschine. Die schneidet sie zuerst auf die richtige Breite zu. Anschließend kommt eine Reinigungs-Platte. „Dort werden alle winzigen Staubteilchen abgesaugt, die auf der Folie liegen könnten“, erklärt der Fachmann.

Ein Messfühler in der Maschine achtet darauf, dass die Folie in der richtigen Bahn verläuft. „Das ist im Prinzip der wichtigste Teil“, sagt der Experte. Denn nun wird die Folie zu einer Röhre geformt und an den Seitenrändern verklebt. Würde sie nicht richtig zusammenlaufen, wäre die Klebestelle falsch oder verrutscht.

Das Zusammenkleben geschieht aber nicht mit Kleber, sondern mit Hochfrequenz-Technik. Dabei treffen Schallwellen auf den Kunststoff. Dadurch schmilzt die Folie an ihren Außenrändern. Dann wird sie fest zusammengepresst und danach wieder abgekühlt.

Die flache Folie ist nun zum Rohr geworden. „Damit sich das Ganze nicht wieder verformt, gibt es besondere Rollen. Sie drücken die Folie in ihre runde Form“, erklärt Nicolo Gagliardi. Danach wird sie in die passende Länge für die Tube abgeschnitten.

Nun bekommen die Tuben ihre Schulter. So nennt man den oberen Abschnitt — da, wo die Öffnung sitzt. Dafür wird ein zähflüssiger Kunststoff auf die Tube gespritzt, blitzschnell geformt und gekühlt. Jetzt werden sie noch gedreht: Deckel drauf und fertig.

Nun können die Tuben gefüllt werden. Aber das ist eine andere Geschichte.