Freiburg: Wo ist aufräumen nicht so gut?

Freiburg: Wo ist aufräumen nicht so gut?

Ächz! Krach! Krawumm! Im Wald ist ein Baum umgestürzt. Ein Sturm hatte in der Nacht mächtig an ihm gerüttelt und damit die Wurzeln im Boden gelockert. Der Baum verlor den Halt — und fiel schließlich um. Bäume, die so im Wald herumliegen, nennen Fachleute „Totholz“.

„Dazu gehören zum Beispiel auch einzelne, abgestorbene Äste. Oder Bäume, die zwar abgestorben sind, aber noch stehen“, erklärt der Wald-Experte Jürgen Bauhus.

Früher sah man in den Wäldern nur selten Totholz herumliegen. Die Menschen hatten alles aufgesammelt, etwa weil sie Feuerholz brauchten. Inzwischen haben Fach­leute erkannt: Der Wald braucht Totholz, damit er gesund bleibt. Denn es liegt nicht einfach so da. Auf und im Totholz ist mächtig was los! „Vor allem für Insekten ist es ein wichtiger Lebensraum. Genauso wie für Vögel oder Fledermäuse“, verrät Jürgen Bauhus. Für Pilze ist das morsche Holz ein richtiger Leckerbissen.

In einem Waldstück erforschen Jürgen Bauhus und seine Kollegen, wie das alles zusammenhängt: das Totholz, die Zahl der Pflanzen und Tiere und die Gesundheit des Waldes. Zum Beispiel wollen die Forscher herausfinden, welche Tiere und Pilze so einen Baumstamm besiedeln. Und wann sie das tun.

Die Pilze sind dabei besonders interessant, denn sie sorgen dafür, dass das Holz verrottet. Je nach Baum-Art dauert das unterschiedlich lang. Pappeln zerfallen zum Beispiel schneller als Lärchen. „Die können zum Teil bis zu 100 Jahre im Wald liegen“, sagt Bauhus. Das hat unter anderem mit einem bestimmten Stoff zu tun: „Lignin“. Lignin sorgt dafür, dass die Bäume fest und stabil sind. „Andererseits verzögert er die Zersetzung“, erklärt der Experte. Denn nur Pilze können den Stoff abbauen. Je mehr Lignin ein Baum enthält, desto länger brauchen die Pilze.

Das Totholz liefert dem Wald zusätzlich wichtige Nährstoffe. Sie gelangen in den Boden, wenn das Holz verrottet. Dort sind diese Nährstoffe wieder Nahrung für andere Pflanzen.