1. Karlo Clever

Spenden für Ukraine: „Wir wollen einfach Gutes tun“

Spenden für Ukraine : „Wir wollen einfach Gutes tun“

Der Krieg in der Ukraine beschäftigt auch die Kleinsten. Um den Kindern in dem Krisengebiet zu helfen, sammeln Neunjährige in Oberforstbach regelmäßig Spenden.

Vor vier Wochen begann der russische Angriff auf die Ukraine, der bereits Hunderte Menschen das Leben kostete und Millionen zur Flucht zwang. Die Hilfsbereitschaft ist seit dem Kriegsausbruch ungebrochen. Es wird gesammelt, gespendet und geholfen, wo möglich ist. Auch die Schülerinnen und Schüler der GGS Oberforstbach tragen ihren eigenen Teil dazu bei.

Sechs Kinder stehen an diesem Donnerstagnachmittag erneut vor der St. Rochus-Apotheke in Oberforstbach und verkaufen selbstgemachte Bilder, Armbänder und Papierflugzeuge. Bereits zum zweiten Mal sammeln sie hier fleißig Spenden für die Kinder aus der Ukraine.

Eigeninitiative ergriffen

Die Drittklässler haben die Initiative ganz allein ergriffen und sich eigenständig organisiert, erzählt Nicole Nelißen, die Mutter eines der Kinder. „Der Krieg und die Bilder aus den Logo-Nachrichten, die extra für ein jüngeres Publikum aufbereitet werden, haben die Kinder unglaublich bewegt.“ Als die ersten Aufnahmen vom Krieg gezeigt wurden, saßen sie atemlos vor dem Fernseher und stellten viele Fragen, erinnert sich die Mutter: „Warum ist Putin so?“ und „Warum hilft man ihnen nicht?“ Für die Kleinen seien die Verbrechen in der Ukraine ein richtiges Rätsel.

Im Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern merkt man schnell, wie wichtig ihnen das Thema ist und dass sie sich mit voller Energie und Herzblut engagieren möchten. „Wir haben die Bilder im Fernseher gesehen und gedacht, da müssen wir etwas tun“, teilt Julika mit. Nicolas ergänzt: „Wir wollen nicht, dass der Krieg weitergeht. Wir können nicht einfach zuschauen und nichts tun.“ Erstaunlich ist, wie präsent und nah der Krieg für die Kinder ist und wie ausgeprägt ihr Gerechtigkeitsgefühl in dem Alter schon ist.

Mutig gehen die Neunjährigen auf die Passanten zu und informieren sie über den Krieg in der Ukraine. Sie erklären genau, wofür sie sammeln. Schlechte Erfahrungen haben sie noch nicht gemacht. Viele finden die Aktion super und bewundern das große Engagement der Kinder. Die meisten spenden auch, ohne überhaupt etwas auf dem Verkaufstisch auszusuchen. Nur ein Mal habe eine Frau ihnen nicht geglaubt, berichtet Julika. „Seitdem haben wir auf unseren Spendendosen einen Text, wo alles erklärt wird.“

 Die Kinder verkaufen selbstgemachte Bilder, Armbänder und Papierflugzeuge für den guten Zweck. Die gesammelten Spenden gehen an die Organisation Unicef.
Die Kinder verkaufen selbstgemachte Bilder, Armbänder und Papierflugzeuge für den guten Zweck. Die gesammelten Spenden gehen an die Organisation Unicef. Foto: ZVA/Vandegaar, Julie

Auch wo das Geld zum Schluss hingeht, wissen die Kids ganz genau. „Am Ende des Tages zählen wir das Geld aus der Spendendose und notieren uns die Summe. Eine Mutter zahlt das Geld dann auf ein Konto ein und überweist es direkt an Unicef“, berichten sie. Schon bei der ersten Sammelaktion konnten die Kinder einiges zusammentragen. „Insgesamt waren es 180,62 Euro“, weiß Aaron genau.

Besonders freuen sich die Kinder auf dem Schulweg, wenn sie die ein oder anderen Bilder wiedererkennen. Oft hängen ihre Werke direkt am Fenster und vermitteln dort die Friedensbotschaft. Nicolas verrät dabei: „Wenn ich die ukrainischen Flaggen an den Häusern sehe, kriege ich wieder Hoffnung.“

Dieses Bewusstsein und der Tatendrang, mit dem die Kinder sich engagieren, spiegelt sich auch in ihren Erzählungen wider. Auf die Frage, warum sie vor der Apotheke sammeln, antwortet eins der Kinder etwas verdutzt: „Wir wollen einfach Gutes tun.“ An diesem Donnerstag hat die Gruppe insgesamt 114 Euro gesammelt.

(jv)