1. Karlo Clever

Weltraumbahnhof am Äquator: Wieso sind Raketen im Urwald?

Weltraumbahnhof am Äquator : Wieso sind Raketen im Urwald?

Von einem Weltraumbahnhof starten keine Züge, sondern Raketen. Sie bringen Satelliten oder Astronauten ins All. Ein wichtiger Startplatz  liegt mitten im südamerikanischen Urwald.

Rechts und links der Straße wachsen Palmen, Farne und Lianen. Die Fahrt zum Weltraumbahnhof Kourou führt vorbei an dichtem Regenwald. Hier leben Schlangen, Schmetterlinge und Hunderte andere Tierarten in der feuchten und heißen Tropenluft.

Doch plötzlich ragt ein spitzer Gegenstand hoch aus dem Regenwald. Mitten in der grünen Natur steht eine riesige weiße Rakete. Wenn man näher heranfährt, sieht man auch noch einige große Gebäude. Das ist der Weltraumbahnhof in der Nähe der Stadt Kourou in Französisch-Guayana. Diese Region grenzt im Norden von Südamerika an den Atlantischen Ozean.

So groß wie Hamburg

Dieser Bahnhof besteht jedoch nicht nur aus einem oder zwei Bahnsteigen. Er ist riesig, etwa so groß wie die Stadt Hamburg. Auf dem Gelände gibt es Startrampen, Straßen und sogar eine Feuerwehr. Von hier aus startet ungefähr alle paar Wochen eine Rakete.

Es sind vor allem Raketen der Europäischen Weltraumorganisation Esa. In ihr haben sich mehrere Länder zusammengeschlossen, um gemeinsam Raumfahrt und Forschung zu betreiben. Meistens befördern die Raketen Satelliten ins Weltall. Mit diesen Geräten werden zum Beispiel Daten über das Wetter gesammelt.

Die verschiedenen Raketen haben Namen: Die kleinere ist die Vega. Der wichtigste und größte Typ heißt Ariane. Gebaut wird die Rakete aus verschiedenen Teilen in Europa. Dann geht es mit einem Schiff nach Kourou. Hier wird sie in drei riesigen Hallen zu einer 53 Meter hohen Rakete zusammengebaut. Das ist etwa so hoch wie ein Hochhaus mit 16 Stockwerken.

(dpa)