Freiburg: Wieso ist es gut, Angst zu haben?

Freiburg : Wieso ist es gut, Angst zu haben?

Hilfe, ein Mathe-Test! Bekommst du vor Prüfungen manchmal Angst, oder auch bei einem Auftritt vor der ganzen Klasse? Vielleicht kennst du auch den Schreck, wenn du plötzlich ein lautes Geräusch hörst, wie etwa eine Fahrradklingel ganz in der Nähe? Dann kannst du blitzschnell zur Seite springen und so dem klingelnden Radfahrer ausweichen.

Solche Angst gehört zum Leben dazu. Sie zu spüren ist sogar manchmal sehr nützlich, sagt die Expertin Eva-Maria Fassot. Sie beschäftigt sich viel mit Gefühlen und Sorgen von Kindern.

„Es ist gut, dass wir Angst haben, weil sie unseren Körper schnell aktiviert“, erklärt Eva-Maria Fassot. Die Angst hilft dem Körper, sich auf eine schwierige Situation einzustellen. Etwa, indem sich die Muskeln anspannen. So kann man zum Beispiel in einer brenzligen Situation schneller laufen. Außerdem können in einer Angst-Situation unsere Sinne genauer funktionieren. Man sieht und hört dann manchmal besser.

Die Expertin sagt: „Angst ist in erster Linie eine normale Reaktion auf Gefahr. Wir reagieren auf eine Bedrohung, die entweder wirklich da ist, oder von der man denkt, sie wäre eine Bedrohung.“ Dieses Gefühl kennt jeder Mensch, weil jeder Mensch Angst hat. Das ist wie eine Alarmanlage im Körper: Gelegentlich ist das Gefühl unangenehm, aber häufig schützt es uns, etwas zu tun, was nicht gut für uns ist. Manchmal machen auch Filme Angst. „Wenn man die Erfahrung gemacht hat, dass man gewisse Filme nicht gut verkraftet, ist es eigentlich vernünftig, sie nicht zu gucken“, sagt Eva-Maria Fassot. Jagen einem Geisterfilme Angst ein, ist es also besser, sich einen lustigen Trickfilm auszusuchen. So schützt einen die Angst davor, sich mit etwas zu belasten, was man nicht gut aushält.

Manchmal kann die Angst aber auch nervig werden. Weil man bestimmte Sachen nicht schafft, die man gern machen möchte. Etwa über eine hohe Brücke gehen, die ein Geländer hat und stabil ist. Es gibt aber viele Möglichkeiten, solche Ängste zu bekämpfen.

„Im ersten Schritt ist es wichtig, dass man die Angst akzeptiert und genau versteht. Und im zweiten Schritt ist entscheidend, dass man sich der Angst stellt“, erklärt die Expertin. Ein Beispiel ist der Sprung vom Dreimeterbrett. Beim ersten Mal traut man sich kaum auf den Turm. Versucht man es aber und springt dann noch ein paar Mal, geht es wahrscheinlich immer leichter - und ohne Angst. Mit etwas Training kann man Angst gut in den Griff bekommen.