Aachen: Wieso gibt es den Aachener Karlspreis?

Aachen : Wieso gibt es den Aachener Karlspreis?

Die Idee für den Karlspreis hatte ein Aachener Unternehmer. Er hieß Dr. Kurt Pfeiffer. In einem Kreis von Leuten, die regelmäßig über neue Bücher sprachen — einem Literaturkreis — erzählte Kurt Pfeiffer am 19. Dezember 1949 von seiner Idee, einen „Internationalen Karlspreis der Stadt Aachen“ zu erfinden.

Die anderen Teilnehmer des Literaturkreises fanden die Idee auch gut. Und dann ging es ganz schnell. Schon wenige Tage später, an Weihnachten, wurde öffentlich verkündet, dass es einen Aachener Karlspreis geben soll. Das nennt man eine Proklamation. In dieser Proklamation wurde festgelegt, dass der Preis einmal im Jahr an Leute verliehen werden soll, die sich für die Verständigung in Europa und den Weltfrieden einsetzen. Das war damals nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ein ganz wichtiges Signal.

Außerdem wollten die Gründer des Aachener Karlspreises damit auch an einen anderen wichtigen Mann erinnern: an Karl den Großen. Kurt Pfeiffer und die anderen sagten damals, der Karlspreis sollte auch eine Huldigung an den Begründer der abendländischen Kultur sein, denn er habe auch viel Gutes für Europa getan.

Damit der Preis auch wirklich jedes Jahr verliehen werden konnte, wurde eine Karlspreis-Gesellschaft gegründet. Das Sagen hat in der Gruppe das Karlspreis-Direktorium. Die Leute im Direktorium überlegen sich also jedes Jahr, wer den Preis bekommen soll. In diesem Jahr war es der Präsident des Europäischen Rates Herman Van Rompuy. Zum Karlspreis gehören eine Urkunde — und die Medaille. Ihr seht darauf das älteste erhaltene Stadtsiegel Aachens aus dem 12. Jahrhundert mit Karl auf dem Thron. Auf der Rückseite der Medaille steht der Name des Preisträgers und das Jahr der Verleihung. Der Karlspreis wird übrigens immer am Feiertag Christi Himmelfahrt verliehen.

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