1. Karlo Clever

Wie wird eine Ausstellung geplant?

Wie wird eine Ausstellung geplant?

In einem Museum werden sehr viele Sachen gesammelt. Meist seltene Dinge, die besonders geschützt werden müssen. Das bedeutet: Sie werden von Profis gepflegt. Dabei besitzt ein Museum meist viel mehr, als es seinen Besuchern zeigt. Die übrigen Teile bewahrt es an einem besonders geschützten Ort auf: dem Depot.

Im Landesmuseum der Stadt Mainz arbeitet Eduard Sebald, er ist einer der Profis im Museum. Sein Beruf heißt Kurator. Er wählt aus, was in Ausstellungen zu sehen ist. „Wir haben sehr viel Porzellan“, sagt er. Aber auch chinesische Figuren, alte Stadtpläne — und alte Disney-Comics! Die interessierten Herrn Sebald schon länger. Weil die Disney-Figur Micky Maus in diesem Jahr ihren 90. Geburtstag feiert, hatte er die Idee für eine Ausstellung zum Thema Disney.

Drei Monate Comics

Mit Disney-Figuren kannte er sich Herr Sebald bisher nicht so gut aus. „Ich musste erst mal viel lesen. Drei Monate lang. Ich hab mir jeden Comic aus dem Depot angeschaut. Und ich habe viel gelacht.“

Aus der großen Menge an Heften können aber nur ein paar in der Ausstellung gezeigt werden, der Platz ist begrenzt. Die Frage ist: Welche? „Die Comics sind alle toll. Da muss man besondere Stücke aussuchen.“

Er hatte dann die Idee, in der Ausstellung unbekannte Künstler vorzustellen. Denn der berühmte Walt Disney hat die Figuren nicht allein erfunden und gezeichnet. Tausende Künstler arbeiteten für ihn.

Den Erfinder von Donald Duck etwa kennen die wenigsten. Er hieß Al Taliaferro. Zeichnungen von ihm hatte Herr Sebald nicht im Depot. Deshalb machte er sich auf die Suche nach Leuten, die wertvolle Disney-Sachen in ihrer Sammlung haben. Herr Sebald leiht sich bei ihnen dann ein Bild für das Museum aus. Auf Herrn Sebalds Lieblingszeichnung hängt Donald Duck ein Bild auf. „Das hängt er aber so schräg auf, dass es ihm dauernd wieder runterfällt. Das hat ja ein bisschen was mit meinem Beruf zu tun.“

(dpa)