1. Karlo Clever

Glätte: Wie wir ins Rutschen kommen

Glätte : Wie wir ins Rutschen kommen

Die einen fluchen, weil sie nicht hinfallen wollen. Die anderen haben Spaß daran, über eisige Wege zu schlittern. Aber wie entsteht die Glätte eigentlich? Ein Experte erklärt es.

Die Füße finden keinen Halt mehr. Sie rutschen weg und plötzlich liegt man auf dem Boden. Im Winter kann es auf Straßen und Wegen häufiger glatt werden. Sogar Autos rutschen von der Straße. Letzten Freitag war es wieder so weit. Dabei ist Glätte nicht gleich Glätte! Der Wetterexperte Andreas Friedrich nennt vier Arten:

Eisglätte: Sie entsteht, wenn etwa Pfützen gefrieren. Oft passiert das nachts, wenn die Temperaturen unter null Grad Celsius sinken. „Das ist besonders tückisch, weil man nicht damit rechnet, da es nicht geschneit oder geregnet hat“, sagt Herr Friedrich. Da wo der Boden trocken war, kann man gut laufen. Aber dann tritt man auf eine gefrorene Pfütze und rutscht weg.

Glatteis: Das bildet sich, wenn Regen oder Sprühregen gefriert. „Glatteis kann auf verschiedene Art und Weise entstehen“, sagt der Wetterexperte.

Eine Art: Der Boden ist gefroren, die Luft ist aber wärmer als null Grad Celsius. Der Regen kommt runter und friert am Boden fest. „Dann bildet er daran eine glatte Eisschicht“, erklärt Herr Friedrich.

Eine andere Art von Glatteis: Der Boden ist zwar nicht so kalt, aber der Regen ist unterkühlt. „Regentropfen können flüssig sein, obwohl sie unter null Grad kalt sind.“ Fallen diese unterkühlten Tropfen auf eine Oberfläche, bildet sich plötzlich eine Eisschicht. Die schlimmste Art: Unterkühlter Regen fällt auf gefrorenen Boden. „Das gibt es selten“, sagt Herr Friedrich. Es seien aber schon mal Menschen auf solchen Glatteis-Straßen Schlittschuh gelaufen.

Reifglätte: Reif sind Eiskristalle, die sich aus feuchter Luft bilden. Die Luftfeuchtigkeit gefriert dabei am Boden, wenn die Temperatur sinkt. Eine raue Schicht entsteht. „Die kann man manchmal auch wegkratzen“, sagt Herr Friedrich. Ab und zu entstehe Reifglätte nur auf Brücken, weil die schneller kalt werden als der Boden. Da müsse man aufpassen, warnt der Experte.

Schneeglätte: Schneit es und der Schnee bleibt liegen, bildet er eine Schneedecke. Trampeln Fußgänger die fest oder Autos fahren sie fest, wird die Schneedecke rutschig. „Das Gute ist: Die Schneeglätte ist dann überall, deswegen laufen und fahren alle vorsichtiger“, sagt Herr Friedrich.

(dpa)