1. Karlo Clever

München: Wie Ohren beim Suchen helfen

München : Wie Ohren beim Suchen helfen

Verflixt! Irgendwo muss das Handy doch sein. Dass man sein Telefon verlegt, passiert öfter. Manche Leute haben dafür einen Trick: Sie rufen das Handy einfach mit einem anderen Telefon an. Dann lauschen sie: Wo klingelt es?

Dass wir mit den Ohren suchen können, hat erst mal einen einfachen Grund: „Der Mensch hat zwei Ohren. So können wir hören, ob ein Geräusch von rechts oder links kommt”, sagt Ohren-Experte Jürgen Borschel.

Wenn ein Telefon zum Beispiel rechts von uns klingelt, hört das rechte Ohr das Geräusch ein klein wenig früher und lauter als das linke Ohr. Das klappt, weil unsere Ohren ziemlich gut aufgebaut sind.

Das geht schon mit unseren Ohrmuscheln los. Das ist der Teil vom Ohr, den man am besten sehen kann. Die Ohrmuscheln sitzen nämlich außen am Kopf. „Die Ohrmuschel funktioniert wie ein Trichter - und sammelt erst mal alle Geräusche ein”, sagt der Experte.

Direkt hinter der Ohrmuschel liegt der Gehörgang. „Den kann man sich wie einen kleinen Tunnel vorstellen”, sagt Jürgen Borschel. Am Ende des Tunnels ist das Trommelfell. Das ist ein kleines Stück Haut, das den Gehörgang verschließt. Was dahinter liegt, kann man nicht mehr sehen. Diesen Teil nennen Fachleute Mittelohr.

Wenn ein Geräusch auf das Trommelfell trifft, bewegt es sich. Diese Bewegung wird im Mittelohr weitergegeben an drei sehr kleine Knochen. Sie heißen Gehör-Knöchelchen. „Diese Knöchelchen bewegen sich. Und leiten jedes Geräusch weiter an das Innenohr”, sagt Jürgen Borschel.

Das Innenohr sieht ein bisschen aus wie ein Schneckenhaus. Diese Hörschnecke ist ziemlich klein - kleiner als eine Erbse. Sie ist innen mit feinen Härchen bedeckt.

Kommt ein Geräusch im Innenohr an, bewegen sich diese Härchen. Sie sind über Nerven mit dem Gehirn verbunden. Und zwar mit einem Bereich, der nur für das Hören zuständig ist. Dort wird alles ausgewertet, was die Ohren an Informationen über ein Geräusch weitergeleitet haben.

So können wir dann nicht nur erkennen: „Ich höre gerade einen Handy-Klingelton.” Sondern auch: „Das Klingeln ist nicht sehr weit weg und kommt eher von rechts unten.” Dann muss man sich eigentlich nur noch bücken. Und hat mit den Ohren sein Handy wiedergefunden.

(dpa)