1. Karlo Clever

Wie fliegt man eine Drohne?

Wie fliegt man eine Drohne?

Beim dritten Versuch klappt‘s. Die vier roten Propeller surren los und die kleine Drohne hebt vom Boden ab. Das Fluggerät sieht ein bisschen so aus wie ein kleiner Hubschrauber. Kurz steht die Drohne regungslos in der Luft. Ihre Propeller verbreiten ein lautes Summen im Raum - als habe sich eine dicke Hummel im Zimmer verirrt. Dann neigt sich die Drohne nach vorn und fliegt genau durch ein kleines Tor hindurch. „Geschafft!“, ruft das Mädchen an der Fernbedienung.

Das ist Emmi. Sie hat die Drohne durch das Ziel manövriert. Mit ihren zehn Jahren ist Emmi schon ein echter Profi: „Ein bisschen Übung braucht man dafür schon. Man braucht Fingerspitzengefühl, um die Drohne in der Luft zu halten“, erklärt sie. Bewegt man die kleinen Hebel auf der Fernbedienung zu stark, dann fliegt die Drohne gegen die Decke oder eine Wand.

Vor ein paar Jahren wäre das noch ein teurer Spaß gewesen. In die Lüfte hoben deshalb nur absolute Könner ab. Inzwischen surren und blinken Drohnen durch Wohnungen und in Parks. Oft nehmen sie mit ihren Kameras Fotos und Videos auf. Viele Leute fliegen Drohnen zum Spaß. Manche treten sogar bei Wettrennen an.

Filmemacher verwenden größere Geräte für tolle Aufnahmen aus der Luft. Polizei und Feuerwehr verschaffen sich mit ihnen einen Überblick über eine Gegend, die sie überwachen wollen. Bauern können damit den Zustand ihrer Felder besser einsehen.

Und auch Kinder können lernen, Drohnen zu fliegen. „Sie lassen sich mittlerweile leichter bedienen“, sagt Florian Richert. Er bringt Kindern und Jugendlichen bei, wie sie mit Drohnen am besten umgehen. „Die Technik, die in ihnen steckt, ist günstiger und robuster geworden. Außerdem lassen sie sich leichter reparieren, wenn sie doch einmal Schaden nehmen“, erklärt er.

Bei so einer Schulung machte Emmi gerade mit. Gemeinsam mit anderen Kindern lernte sie zunächst, warum Drohnen überhaupt fliegen können. „Dann wurde uns gezeigt, wie wir selbst eine Drohne steuern“, sagt Emmi. Zuerst am Computer, später mit der Fernbedienung an einer richtigen Drohne.

Emmi montiert eine kleine Kamera an ihre Drohne. Das Bild kann sie nun durch eine Videobrille sehen. Damit fliegt sie die Drohne aus einem besonderen Blickwinkel. Für sie sieht es so aus, als würde sie als Pilotin selbst in der Drohne sitzen. „Das Fliegen mit Videobrille macht total Spaß“, sagt Emmi begeistert.

(dpa)