Friedrichsthal/Saar: Wie findet man seine Vorfahren?

Friedrichsthal/Saar: Wie findet man seine Vorfahren?

Um mehr über meine Vorfahren herauszufinden, besuche ich das Rathaus in meiner Heimat Friedrichsthal. Die Stadt liegt im Südwesten von Deutschland. Tanja Berger arbeitet dort als Standesbeamtin. Manchmal brauchen Gerichte oder Ämter ihre Hilfe. Wenn Familien sich um ein Erbe streiten zum Beispiel. Manchmal sind Leute einfach neugierig und auf der Suche nach früheren Verwandten. So wie ich!

„Was wissen Sie über Ihre Vorfahren?“, fragt Frau Berger. Wir fangen mit meinem Opa Peter Heck an. Er wurde 1922 in Friedrichsthal geboren. Frau Berger geht ins Nebenzimmer, in dem große Schränke voller Bücher stehen. Für jedes Jahr steht hier ein Buch mit Urkunden für jedes Neugeborene. Das älteste Buch ist mehr als 150 Jahre alt.

Aus einem anderen Land

In dem Buch, in dem es um meinen Opa geht, steht zum Beispiel, dass er von Beruf Bergmann war und wie seine Eltern hießen. Peter Heck und Susanna Lentes. Super! Jetzt kenne ich die Namen meiner Urgroßeltern. Es steht auch dabei, wann und wo die beiden geboren wurden. Mein Urgroßopa kam sogar aus einem anderen Land — aus Frankreich.

Frau Berger kann mir aber noch mit einer anderen Person helfen: Der Opa von meinem Opa ist im Jahr 1932 in Friedrichsthal gestorben. Er heißt Franz Lentes. In seiner Sterbeurkunde steht, dass er mit Barbara Lentes verheiratet war. Aber wann sie geboren wurde oder gestorben ist, steht leider nicht dabei.

Also durchsucht Frau Berger weiter ihre Bücher. Aber Barbara Lentes ist nicht dabei. Frau Berger schaut weiter. Nach einer Weile ruft sie: „Na wer sagt’s denn! Man darf nur nicht so früh aufgeben!“ Im Buch von 1923 hat sie den Eintrag gefunden. Die alten Seiten scheinen sehr dünn und sind von Hand mit Füller beschriftet.

Das stellt uns vor eine knifflige Aufgabe. Die Buchstaben sehen ganz anders aus als die von heute. Barbara Lentes war ohne Stand, kann Frau Berger entziffern. Das heißt, sie hatte keinen Beruf. „Heute würde man Hausfrau eintragen“, sagt Frau Berger. Sie hat viel Übung und kann die alte Schrift mittlerweile gut lesen. „Die Handschriften sind sehr unterschiedlich“, sagt Frau Berger. „Aber mit der Zeit gewöhnt man sich dran.“

Gute Spürnase

Sie hat außerdem eine gute Spürnase und hat viele Ideen. Manchmal schaut sie zum Beispiel in ein Beisetzungsbuch. Denn manche Familien hatten ein Familiengrab. In dem Buch steht dann, wer wann in das Grab kam.

Dadurch weiß Frau Berger bei mehreren auf einmal, in welchem Jahr sie gestorben sind. Dann kann sie in den passenden Jahresbüchern die Urkunden aufschlagen. Deshalb findet sie meistens, was sie sucht.

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