1. Karlo Clever

Epilepsie: Wie ein Wirbelsturm im Kopf

Epilepsie : Wie ein Wirbelsturm im Kopf

Manche Menschen erleben häufiger unangenehme Stürme: im Gehirn! Die Krankheit heißt Epilepsie. Sie kann Anfälle etwa mit Zuckungen auslösen. Für Betroffene gibt es Hilfe.

Sprechen, schreiben oder Ball spielen: Das Gehirn steuert, was im Körper passiert. Damit das funktioniert, müssen die Nervenzellen Informationen weiterleiten. Meistens klappt das sehr gut. Manchmal geht aber auch im Gehirn etwas durcheinander. Dann leiten die Nervenzellen wild Infos an andere Zellen weiter, die gerade nicht benötigt werden. „Dann wird im Kopf alles durcheinandergewirbelt“, sagt Sybille Burmeister. Sie hat es schon selbst erlebt: „Das ist wie bei einem Karussell, das sich sehr schnell dreht, oder bei einem Wirbelsturm.“

Dieser Wirbelsturm setzt sich im Körper fort. Weil die Nervenzellen so viele Informationen auf einmal senden, entsteht Chaos. „Das führt dazu, dass Menschen zum Beispiel mit Armen und Beinen zucken und bewusstlos werden“, sagt Sybille Burmeister. „Das sieht für manche erschreckend aus.“ Der Anfall an sich ist in den meisten Fällen nicht gefährlich und hört nach zwei bis drei Minuten von selbst wieder auf.

Für den Körper ist so ein Anfall allerdings anstrengend. Wer es erlebt hat, kann sich nicht daran erinnern, ist aber danach sehr müde. Im Gehirn selbst ist dann alles wieder in Ordnung.

Kommt das häufiger vor, kann
es sein, dass dieser Mensch eine
Epilepsie hat. Die Krankheit be-
trifft in Deutschland immerhin mehrere Hunderttausend Menschen,
darunter sind auch eine Menge Kinder.

Dabei sehen die Anfälle ganz verschieden aus. „Das hängt davon ab, an welcher Stelle im Gehirn die Nervenzellen die Informationen falsch weitergeben“, erklärt Sybille Burmeister, die sich gut mit der Krankheit auskennt. „In einigen Fällen ist man vielleicht nur kurz abwesend, in anderen Fällen wird jemand bewusstlos.“ Es ist auch unterschiedlich, wie oft solche Anfälle passieren. Manche erleben sie nur ganz selten in ihrem Leben, andere mehrmals am Tag.

Bei Kindern hören die Anfälle manchmal von selbst auf, wenn sie älter werden, sagt Sybille Burmeister. Sie können meistens ganz normal etwa in die Schule gehen. Manchmal bleibt die Epilepsie auch das ganze Leben lang. „Es ist ganz verschieden, wie Menschen damit umgehen“, sagt Sybille Burmeister. Manche verzichten zum Beispiel aufs Radfahren, weil das gefährlich sein könnte, wenn man kurz das Bewusstsein verliert. Manchen helfen spezielle Medikamente, weitere Anfälle zu verhindern.

(dpa)