Porzellan: Wie aus Ton und Edelstein eine Tasse wird

Porzellan : Wie aus Ton und Edelstein eine Tasse wird

Mischen, formen, brennen, bemalen: Porzellan mit der Hand herzustellen, macht viel Arbeit. Besuch in einer Manufaktur.

Sobald man die Halle betritt, kriegt man Staub in die Nase. Der Staub kommt vom Porzellan. Das ist das Material, aus dem hier Geschirr, Vasen und Figuren gefertigt werden. Wir befinden uns in der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin. Sie wird oft mit den Buchstaben KPM abgekürzt.

„Das Porzellan der KPM Berlin besteht aus vier Zutaten: Kaolin, Feldspat und Quarz sowie gefiltertem Berliner Leitungswasser“, erklärt Julia Möbes. Sie führt heute Besucher durch die Halle. Kaolin ist weiße Tonerde, Feldspat ein Mineral und Quarz ein Edelstein. Für das Porzellan werden diese Zutaten gemahlen und mit Wasser verrührt.

Die flüssige Porzellanmasse wird in Gipsformen gefüllt. „Der Gips hat die Eigenschaft, dass er das Wasser aus der Masse zieht“, erklärt Frau Möbes. „Dadurch wird das Porzellan fest.“

Besonders gut verteilt sich die flüssige Porzellanmasse, wenn die Formen sich gleichmäßig drehen. Dafür sorgt eine große Maschine. Frau Möbes sagt: „Die Kollegen wissen genau, wie lange es dauert, bis das Porzellan so fest ist, dass man die Tassen herausnehmen kann.“ Doch die haben noch gar keine Henkel! „Die werden separat gegossen und dann mit Porzellanschlicker an die Tasse gefügt“, sagt Frau Möbes.

Die Mitarbeiter schneiden dabei auch überstehende Ränder weg. Und sie streichen manche Stellen mit einem feuchten Pinsel glatt. Als nächstes wird das Porzellan in einem 980 Grad Celsius heißen Ofen gebrannt. Das Porzellan wird dadurch hart.

Nach dem Brennen wird jedes Stück kontrolliert. Durch das Tauchen in blaue Farbe erkennt man leichter, ob es Fehler gibt. Sieht etwas nicht so aus wie es soll, wird es aussortiert. Frau Möbes sagt: „Nur einwandfreie Stücke bekommen unseren Stempel, das kobaltblaue Zepter, als Zeichen der Qualität.“ Den Stempel findet man zum Beispiel auf der Unterseite der Tasse.

Jetzt wird das Porzellan in weiße Glasur getaucht. Auch die muss gebrannt werden. Deshalb kommt das Porzellan nun ein zweites Mal in den heißen Ofen. Diesmal wird es darin noch heißer: 1420 Grad!

Zum Schluss kümmern sich die Maler darum, dass das Porzellan farbig wird. Eine Malerin verziert die Tassen mit Anfangsbuchstaben von Vornamen und Nachnamen. Andere malen Muster aus, zeichnen Goldränder, Blumen oder andere Motive aufs Porzellan. Auch diese Farbe muss nochmal gebrannt werden. Dann sind die Kunstwerke fertig.

(dpa)