Washington: Wer entwirft rätselhafte Räume?

Washington: Wer entwirft rätselhafte Räume?

Wie Detektive schleichen die Jungen und Mädchen durch den Raum. „Seht mal! Das Essen auf dem Grill formt Zahlen“, ruft einer von ihnen. „Ist das vielleicht der Hinweis, um das Schloss an der Tür zu öffnen?“ Die Spürnasen müssen sich beeilen. Sie haben nur 45 Minuten Zeit, um aus dem Raum zu entkommen.

Die Gruppe ist in einem „Escape-Room“ (gesprochen: eskäip ruhm), einem Raum voller Rätsel. Solche Räume sind seit einiger Zeit sehr beliebt. Dieser Raum liegt in der Stadt Washington in den USA. Entworfen hat ihn der Rätsel-Experte Evan. Er freut sich zu sehen, wenn Teams zusammen grübeln und seine Rätsel lösen. „Es ist ein Teamsport für das Gehirn“, sagt er.

Geheimnisvolle Waldhütte. Evan Davis (kl. Bild) sagt, dass die Rätsel an einem möglichst offensichtlichen Versteck liegen müssen. Foto: dpa

Doch wie kommt Evan auf seine Ideen? Am Anfang überlegt er sich ein spannendes Thema: zum Beispiel eine ägyptische Pyramide. Es helfe auch, sich erst mal alle Ideen auf einen Zettel zu schreiben, sagt er. Dann könne man sich für eine entscheiden.

Nun geht es Schritt für Schritt weiter. Evan überlegt, welche Rätseltypen gut zu dem ausgesuchten Thema passen könnten. Bei einer ägyptischen Pyramide wäre zum Beispiel ein Bilderrätsel mit geheimnisvollen Zeichen eine gute Idee. Oder ein Rätsel, bei dem man Steine oder Amulette in einem bestimmten Muster anordnen muss.

Das Ziel ist immer, das Rätsel schwer genug zu machen, aber nicht zu leicht. Die Teilnehmer sollten also richtig ins Grübeln kommen.

Damit die Rätsel am Ende nicht übersehen werden, sollte man sie an besonderen Stellen platzieren. Am Besten nimmt man dafür Dinge, die sofort hervorstechen und Aufmerksamkeit erregen. In einer Pyramide könnte das der Sarkophag eines Pharaos sein, eine alt aussehende Statue oder eine Schatzkiste.

Als vorletzten Schritt entscheidet Evan, in welcher Reihenfolge die Rätsel gelöst werden sollen. Die Rätsel und Puzzle sollen aufeinander aufbauen. Das bedeutet: Die Lösung eines Rätsels hilft beim Entschlüsseln des nächsten.

Ganz am Ende ist es wichtig, dass man den Raum von Freunden oder der Familie testen lässt. Erst dann weiß man, ob der Raum gelungen ist.

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