Was zu tun ist: Wenn Zootiere alt werden

Was zu tun ist : Wenn Zootiere alt werden

Flusspferd Ernie braucht einen Moment, bis es reagiert. Pia Krawinkel hat dem Tier einen Apfel ins Wasser geworfen. Sie ist Tierärztin in einem Zoo in Gelsenkirchen, einer Stadt im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Ganz langsam setzt sich Ernie in Bewegung. Dann schnappt er sich den Apfel und zermalmt ihn mit seinen Zähnen.

Dem Flusspferd fehlen einige Backenzähne. „Die sind ihm ausgefallen“, erklärt die Tierärztin. Schließlich ist Ernie schon 49 Jahre alt. Er ist das älteste Flusspferd Deutschlands. „Die Tierpfleger holen Ernie regelmäßig das Futter aus den Zahnlücken“, sagt Pia Krawinkel. Alte Zootiere brauchen besondere Pflege. Bei Ernie sind es die abgenutzten Zähne. Andere Senioren unter den Tieren bewegen sich nicht mehr so flink, brauchen besondere Medikamente oder sehen schlecht.

Dazu gehört auch Eisbärin Antonia. „Antonia sieht nicht mehr so gut. Ihre Linsen sind getrübt“, sagt die Tierärztin. Aber für die Eisbärin sei das nicht so schlimm. „Antonia ist eher ein Nasentier. Sie kommt super klar“, erklärt die Expertin. Trotzdem benutzen die Tierpfleger beim Training einen bunten, leuchtenden Ball. Antonia wird im November 30 Jahre alt. Damit ist sie etwa doppelt so alt wie Artgenossen in der freien Natur meist werden.

Forscher haben herausgefunden, dass Zootiere meist deutlich älter werden als ihre Verwandten in der Wildnis. Das liegt auch daran, dass die Tiere besonderes Futter bekommen und sich nicht gegen Feinde oder Artgenossen wehren müssen.

Bei Problemen erhalten Tiere im Zoo Medikamente. Orang-Utan Kasih zum Beispiel benötigt ein Mittel, das ihr Blut verdünnt. Kasih ist 57 Jahre alt und gehört damit zu den ältesten Orang-Utans in Europa. Damit sich Kasih sicherer bewegen kann, gibt es im Gehege ein Handseil. Daran kann sie sich festhalten, wenn sie von drinnen nach draußen oder wieder zurück möchte.

Das hört sich erst mal gut an. Tierschützer sagen aber auch, dass wilde Tiere nicht in Gefangenschaft leben sollten. Zwar würden sich viele Zoos um eine möglichst natürliche Umgebung für ihre Tiere bemühen. Trotzdem hätten sie weniger Platz als in der Wildnis.

(dpa)