1. Karlo Clever

Falklandinseln: Wenn Lehrer bei Schülern wohnen

Falklandinseln : Wenn Lehrer bei Schülern wohnen

Stell dir vor, deine Lehrerin wohnt bei euch zu Hause. Es gibt Orte auf der Welt, da ist das für manche Kinder normal. Denn eine eigene Schule gibt es für sie nicht.

Bei dir ist es vermutlich so: Du fährst mit dem Bus oder dem Fahrrad in die Schule, und im Klassenzimmer triffst du deine Lehrerinnen und Lehrer. Doch es gibt Orte auf der Erde, da sieht Lernen ganz anders aus! Auf den Falklandinseln zum Beispiel. Dort kommen die Lehrkräfte für manche Kinder sogar mit dem Flugzeug und wohnen dann ein paar Wochen bei ihnen. Den Rest der Zeit erhalten diese Kinder den Unterricht über das Radio.

Die Falklandinseln sind kein eigenes Land, sondern gehören zu Großbritannien. Doch sie liegen nicht in der Nähe, sondern viele Tausend Kilometer entfernt im Südatlantik, vor der östlichen Küste von Südamerika. Insgesamt wohnen hier nur etwa 3400 Menschen, die meisten in der Hauptstadt Stanley. Außerdem gibt es noch ganz kleine Dörfer mit eigenen Schulräumen.

Aber etwa 20 Kinder wohnen auf weit abgelegenen Bauernhöfen. Eine eigene Schule gibt es für sie nicht. Deshalb haben sich die Menschen, die auf den Falklandinseln für Schulen zuständig sind, die Idee mit den fliegenden Lehrern ausgedacht.

 Annabelle lebt auf den Falklandinseln im Südatlantik.
Annabelle lebt auf den Falklandinseln im Südatlantik. Foto: dpa/Benedikt von Imhoff

„Manchmal gibt es Familien mit mehreren Kindern, aber manchmal ist es nur ein Kind“, erzählt Marie Horton. Sie ist als Direktorin für Bildung dafür zuständig, dass der Unterricht funktioniert. „Früher haben Lehrer dauerhaft bei den Familien gewohnt, aber das gibt es schon länger nicht mehr“, sagt die Direktorin.

Nun reisen die Lehrerinnen und Lehrer in kleinen Flugzeugen über die Inseln und wohnen immer für einige Wochen bei ihren Schülerinnen und Schülern. Den Rest der Zeit bekommen die Kinder Unterricht über Radio. Auch über das Internet geben Lehrerinnen und Lehrer manchmal Schulstunden, aber auf den Falklandinseln gibt es bisher kein gutes Netz und zudem ist es sehr teuer. Ganz wichtig ist es Marie Horton zu betonen, dass die Kinder genau dasselbe lernen wie in der Stadt.

In der Stadt geht auch Annabelle zur Schule. Sie kommt nicht aus einem der abgelegenen Gebiete, sondern ist eine ganz normale Schülerin. Am liebsten mag sie Kunst und Mathe, in der Pause spielen Annabelle und ihre Freunde am liebsten ein Fangspiel, das sie „Frecher Esel“ nennen und in ihrer Freizeit guckt sie gerne Fernsehen. Dort hat sie auch einen schönen Ort gesehen, den sie gerne einmal besuchen will: Happy Valley, also glückliches Tal, in Afrika.

Aber Reisen ist schwierig. Zuerst müsste Annabelle in das südamerikanische Land Chile fliegen und von dort weiter. Trotzdem gefällt Annabelle das Leben auf den Falklandinsel. Nur zu kalt ist es ihr: Auf den Falklandinseln wird es selbst im Sommer meist nicht wärmer als 15 Grad Celsius. „Ich mag Strände und wenn es wärmer ist“, sagt Annabelle.

(dpa)