Kinderuni: Weniger laufen dank Mathematik

Kinderuni : Weniger laufen dank Mathematik

Bei der Kinderuni am Freitag erklärt Christina Büsing, wozu Algorithmen nützlich sind. Sie können zum Beispiel dabei helfen, den richtigen Weg durch einen Tierpark zu finden.

Das Problem kennt wahrscheinlich jedes Kind: Man steht in einem Tierpark oder in einem Freizeitpark und möchte natürlich jedes Tier sehen oder an jedem Fahrgeschäft vorbeikommen. Doch welches ist der optimale Weg? Dieses Problem kann man mit Mathematik lösen. Wie, das verrät Christiane Büsing am Freitag bei der nächsten Kinderuni, denn sie ist Juniorprofessorin am Lehrstuhl II Mathematik der RWTH Aachen.

Eigentlich beschäftigt sich Christina Büsing damit, wie man die medizinische Versorgung optimieren kann. Sie überlegt zum Beispiel, welche Apotheken als Notdienst abends, nachts und an Feiertagen geöffnet haben müssen, damit jeder Kranke nur einen relativ kurzen Weg zur Apotheke zurücklegen muss, wenn er Medikamente braucht?

Auch solche Fragen löst sie mit Mathematik, genauer gesagt mit Algorithmen. Diese bestimmen unter der Unmenge von Lösungen die beste. Christina Büsing kann so etwa eine Empfehlung geben, welche Apotheken an welchem Standort wann Notdienst verrichten sollen.

Bei der Kinderuni widmet sie sich aber der Frage nach den Wegen durch den Freizeit- oder Tierpark. „Wir wollen ja möglichst kurze Wege gehen und trotzdem alles sehen, also jeden Weg nur einmal gehen“, erklärt sie und malt dabei auf einem Papier mit schwarzem Stift einige Punkte und geschlängelte Linien. Die Punkte sind die Weggabelungen. Die Linien sind die Wege entlang derer die Gehege der Pinguine, des Kleinen Pandas, der Totenkopfäffchen oder der Esel liegen könnten.

Christina Büsing nimmt sich einen roten Stift und macht aus den geschlängelten Linien gerade Striche. „Wir Mathematiker machen es uns gern einfach, deshalb konzentrieren wir uns auf das Wesentliche“, erklärt sie lächelnd. So hat es auch schon der Schweizer Mathematiker Leonhard Euler gemacht. Er beschäftigte sich 1723 mit dem Königsberger Brückenproblem. „Die Frage war, ob es eine Route gibt, die die Spaziergänger über jede der sieben Königsberger Brücken nur einmal führt und am Startpunkt wieder ankommt“, berichtet Christina Büsing. Euler hat dafür ein mathematisches Konzept, die so genannte Graphentheorie, entwickelt, um das es bei der Kinderuni gehen wird. Die jungen Vorlesungsbesucher lernen dann eine so genannte Euler-Tour kennen und erfahren, wie man sie erkennen kann.

Übrigens hat Christina Büsing in der Realität keinen Tier- oder Freizeitpark gefunden, durch die man eine Euler-Tour unternehmen könnte. Aber auch das lässt sich mit Eulers Satz beweisen.

Die Kinderuni beginnt am Freitag, 12. Oktober, um 17 Uhr im Hörsaalzentrum C.A.R.L. der RWTH an der Claßenstraße in Aachen. Mit einer Kopie des Kinderuni-Ausweises hinter der Windschutzscheibe können Eltern im Parkhaus der RWTH an der Professor-Pirlet-Straße parken.

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