1. Karlo Clever

Surfen ohne Strand: Wellenreiten in der Halle

Surfen ohne Strand : Wellenreiten in der Halle

Surfer aus Deutschland müssen für ihr Hobby oft weit reisen. In manchen Städten gibt es aber künstliche Wellen in vier Wänden. Die Surferin Valeska Schneider hat das ausprobiert.

Schon bevor man die Halle betritt, hört man es laut rauschen. Im Inneren reiten Surferinnen und Surfer auf einer künstlichen Welle. Die Freude der Wassersportler aus der deutschen Hauptstadt Berlin ist groß. Bisher mussten sie für ihr Hobby häufig weit reisen.

Auch Sportler von außerhalb sind für die künstliche Welle gekommen. Eine von ihnen ist die Surferin Valeska Schneider. Sie und ihre Kollegen zeigen jede Menge Tricks. Oder wie man in der Surfer-Sprache sagt: ihre Manöver. Pfeilschnell schießen sie über die Welle. Sie kratzen die Kurven, drehen sich im Kreis und springen in die Luft. Jede Menge Wasser spritzt über den Beckenrand. Das sieht ziemlich cool aus.

Und es macht Spaß, wie Valeska Schneider verrät. „Das Tolle an so einer Standwelle ist, dass man unendlich viele Manöver hintereinander surfen kann“, erklärt sie. „Im Meer verbringt man dagegen eine Menge Zeit damit, erst einmal auf eine Welle zu kommen und danach wieder raus aufs Meer zurück an den Start zu paddeln.“

Dazu kommen die Naturgewalten des Meeres, die man oft schwer einschätzen kann. „Manchmal ist die Strömung so groß, dass man die Welle gar nicht erwischt“, sagt Valeska Schneider. „Das ist natürlich sehr frustrierend.“

Bei einer künstlichen Welle kann man sich dagegen gleich aufs Brett stellen und lossurfen. Das ist besonders für Anfänger gut. So können sie erst einmal lernen, das Gleichgewicht auf dem Brett zu halten.

In der Halle in Berlin können auch Kinder schon aufs Brett. Acht Jahre sollten sie alt sein, 30 Kilogramm wiegen und das Seepferdchen haben. „Die Welle kann man regulieren“, sagt einer der Gründer. „Für Anfänger stellen wir den Wasserdruck weniger stark und die Welle nicht so steil ein“, erklärt er. „Außerdem können wir eine Stange über dem Becken befestigen, an der man sich festhalten kann.“

Ersetzen könne die künstliche Welle die natürlichen Wellen nicht, meint Valeska Schneider. „Eine künstliche Welle überschlägt sich nicht. Manche Manöver kann man hier also gar nicht machen“, sagt sie. „Außerdem fehlt das Naturerlebnis. Und das gehört für die meisten Surfer fest zum Sport dazu.“

(dpa)