1. Karlo Clever

Furtwangen: Was sucht ein Professor im Rhein?

Furtwangen : Was sucht ein Professor im Rhein?

Andreas Fath ist eigentlich ein ganz normaler Professor. Er hat einen Lehrstuhl für Physikalische Chemie und Analytik an der Hochschule Furtwangen (HFU). Furtwangen ist in Baden-Württemberg. Andreas Fath ist 49 Jahre alt.

Er hat eine Frau und drei Söhne und er forscht und lehrt über Wasser. Aber ein bisschen ist er dann doch nicht ganz normal.

Andreas Fath hat sich ein besonderes Experiment überlegt. Er will den Rhein von der Quelle bis zur Mündung durchschwimmen. Das sind 1231 Kilometer. In ungefähr vier Wochen und in 25 Etappen will der Forscher sein Ziel erreichen. Gestern ist er gestartet.

Seit einem Jahr hat sich Andreas Fath mit seinem großen Team auf das Abenteuer vorbereitet. Er will auf der langen Strecke viele Wasserproben aus dem Rhein entnehmen. Er will verschiedene wissenschaftliche Fragestellungen analysieren. Unter anderem versucht Andreas Fath herauszufinden, ob zum Beispiel Plastikmüll, der in den Ozeanen immer mehr zum Problem wird, sogar zum Teil schon durch die Flüsse in die Meere transportiert wird. Andreas Fath und seine Gruppe interessiert aber auch, was Industrieabfälle und Rückstände von Medikamenten (die durch den Pipi wieder in den Wasserkreislauf gelangen können) mit dem Rheinwasser anstellen. Natürlich wollen die Wasserforscher auch wissen, ob die Qualität des Wassers im Rhein in den vergangenen Jahren eher besser oder schlechter geworden ist.

Andreas Fath ist übrigens ein super-guter Schwimmer. Er hat schon viele Erfolge als Sportler gefeiert. Und nur deshalb traut er sich auch, das Rhein-Experiment als Wissenschaftler zu wagen. Er will auf keinen Fall, dass einer mitschwimmt. Er sagt: „Der Rhein ist ein mächtiger Strom, der selbst für geübte Schwimmer voller Gefahren steckt.“ Im Internet kann man Andreas Fath gut begleiten. Das ist in jedem Fall sicher — und auch spannend.