1. Karlo Clever

Noia: Was machen Mariscadoras?

Noia : Was machen Mariscadoras?

Während der Großteil der Muschelsammler mit Booten aufs Meer hinausfährt, geht Mónica Hermida Cernadas zum Sammeln zu Fuß ins Wasser. Mónica ist 43 Jahre alt und eine von 450 Mariscadoras. Das ist spanisch und bedeutet Meeresfrüchte-Sammlerinnen. Gesammelt wird an einem Strand vor der spanischen Stadt Noia. Doch bevor es ins Wasser geht, ziehen sich Mónica und ihre Kolleginnen erst einen Ganzkörperanzug an.

Außerdem Handschuhe, eine Mütze und Schuhe. „Das alles ist aus einem besonderen Material, das den Körper vor dem Auskühlen schützt“, erklärt Mónica. Dann holt sie ihr Werkzeug aus dem Auto: eine Art Rechen mit einem Metallkorb, Eimer und einen Gummireifen. Dieser soll die Eimer auf dem Wasser tragen, damit Mónica die Muscheln hineintun kann. Die Muscheln will sie später verkaufen. Denn viele Menschen essen die Meeresfrüchte gerne.

Das ist Mónica Hermida Cernadas. Ihr Beruf ist Meeresfrüchte-Sammlerin.
Das ist Mónica Hermida Cernadas. Ihr Beruf ist Meeresfrüchte-Sammlerin. Foto: dpa

Nie alleine

Dann geht es über den Strand ins Meer. Mónica hat sich mit zwei Freundinnen zusammengetan. Bei schlechtem Wetter kann die Arbeit im Meer gefährlich werden. „Es gibt auch Strömungen, die einen hinaustreiben“, sagt Mónica. „Da ist es wichtig, dass man jemanden hat, der Hilfe holen kann.“

Heute ist zum Glück gutes Wetter. Als die Frauen knietief im Wasser stehen, beginnen sie mit der Arbeit. Dafür legen sie sich den gepolsterten Stock des Rechens auf die Schulter und beginnen, sich vor und zurück zu bewegen. Langsam gräbt sich der Korb in den sandigen Meeresboden. Steckt er tief genug drin, ziehen die Frauen den Rechen aus dem Wasser und schütteln den Korb. Sand, Steine und kleine Muscheln fallen durch das Gestänge. Zurück bleiben die größeren Muscheln. Einige davon sortiert Mónica in die beiden Eimer — je nach Muschelart in einen großen oder kleinen Eimer. Mónica macht das in Windeseile.

Gesammelt werden dürfen nur Muscheln von einer bestimmten Größe. Die kleineren müssen zurück ins Meer, damit sie weiter wachsen können. Ist es nicht auf Dauer anstrengend im Meer zu stehen und im Sand zu graben? „Ja, das ist hart“, sagt Mónica. „Abends schmerzen immer die Schultern.“ Mónica will ihren Job aber nicht wechseln, sie liebt ihn — besonders, wenn sie bis zum Hals im Wasser steht oder nachts ihre Kopflampe mit den Sternen leuchtet.

(dpa)