1. Karlo Clever

Hamburg: Warum ist der Beruf Tierarzt „der schönste der Welt”?

Hamburg : Warum ist der Beruf Tierarzt „der schönste der Welt”?

Ein Hund humpelt, eine Katze hustet, eine Riesenschlange mag nicht fressen: In der Praxis von Birga und Bernhard Brandner ist immer etwas los. Die beiden Tierärzte helfen den verschiedensten Patienten. „Wir wissen nie, wer an einem Tag alles vor unserer Tür steht. Das macht die Arbeit so spannend”, sagen sie.

An diesem Morgen ist die Hündin Dalia als Erste da. Aufgeregt wuselt sie durch die Praxis. Richtig krank sieht Dalia nicht aus, aber sie hat neuerdings ein kleines Bäuchlein. Es könnte sein, dass die Hündin bald Welpen bekommt. Die beiden Tierärzte sollen das herausfinden.

„Hab keine Angst, das tut nicht weh”, sagt Birga Brandner und streichelt den zappeligen Hund. Mit einem besonderen Gerät streichen die Tierärzte über Dalias Bauch. Es ist eine Ultraschall-Untersuchung. Dabei können die Experten auf einem Computer-Bildschirm sehen, was im Bauch passiert.

Und es stimmt: Dalia bekommt bald Babys. Die Tierärzte können auf dem Bildschirm erkennen, wie mehrere kleine Hundeherzen in ihrem Bauch schlagen. Dalias Besitzerin freut sich, und auch die Ärzte strahlen. „So etwas ist immer ein sehr schöner Moment in unserer Arbeit”, sagt Bernhard Brandner.

In diesem Fall war die Sache einfach. Oft ist es aber auch knifflig herauszufinden, was mit einem Tier los ist. „Unsere Patienten können zwar sprechen, aber wir verstehen ihre Sprache nicht”, sagt Bernhard Brandner. „Deshalb stellen wir den Besitzern viele Fragen.” Wie viel hat das Tier getrunken? Mag es noch fressen? Zusätzlich wird das Tier gründlich untersucht.

„Das ist ein bisschen wie ein Detektivspiel”, sagt Birga Brandner. „Und man freut sich, wenn man die Lösung findet und ein Tier gesund machen kann.” Die Tierärztin knuddelt Dalia nach der Untersuchung.

Insgesamt bleibt zum Kuscheln mit Tieren aber wenig Zeit. Wenn es um den Tierarzt-Beruf geht, wird das oft vergessen. „Wir beide haben Tiere lieb, wir streicheln sie gerne und spielen mit ihnen. Aber das allein reicht für diesen Beruf nicht”, sagt Bernhard Brandner. „Es gehört noch viel mehr dazu.” Tierärzte dürfen nicht zimperlich sein. Es gibt Hunde, die knurren und schnappen. Kaninchen, die über die Hand pinkeln.

Oft werden auch Tiere gebracht, die schwer verletzt sind und stark bluten. Auch dann müssen die Tierärzte die Nerven behalten und helfen - und häufig auch schwere Entscheidungen treffen. Zum Beispiel wenn ein Tier so krank ist, dass die Tierärzte ihm nicht mehr helfen können.

Damit es nicht so schlimm leidet, kann es besser sein, das Tier einzuschläfern. Das bedeutet, dass es eine Spritze bekommt und stirbt. „So etwas ist immer sehr schwer. Aber wenn es für das Tier das Beste ist, muss man das tun”, findet Birga Brandner.

Die beiden sind so tierlieb, dass sie auch oft nicht Nein sagen können, wenn ein Tier kein Zuhause mehr hat. So war es auch bei dem Kater Hubi, der sich gerade im Wartezimmer die neuen Patienten ansieht. „Hubi lebt jetzt bei uns in der Praxis und fühlt sich hier pudelwohl”, sagen die Brandners. Ihnen geht es genauso. Für die zwei steht fest: „Tierarzt ist für uns der schönste Beruf der Welt.”

(dpa)