Jerusalem/Berlin: Warum gibt es Streit in Jerusalem?

Jerusalem/Berlin : Warum gibt es Streit in Jerusalem?

Die Tochter des amerikanischen Präsidenten ist angereist und Politiker aus dem Land USA. Sie kamen zu einer Feier ins Land Israel im Nahen Osten. Dort eröffneten die USA gestern ihre Botschaft in der Stadt Jerusalem. Eine Botschaft ist die Vertretung eines Landes im Ausland. Gerät jemand aus den USA in Israel in Not, kümmern sich Mitarbeiter der Botschaft. Doch so sehr sich einige Menschen in Israel freuten — viele andere machte die Eröffnung sehr wütend.

Hatten die USA bisher keine Botschaft in Israel?

Doch, allerdings in der Stadt Tel Aviv. Dort haben auch andere Länder Botschaften, etwa Deutschland. Vor Monaten bestimmte der amerikanische Präsident aber: Wir verlegen die Botschaft nach Jerusalem. Das fanden viele nicht gut.

Ist es nicht egal, wo die Botschaft steht?

Nein, denn um die Stadt Jerusalem gibt es Streit zwischen zwei Völkern, Israelis und Palästinensern. Die Palästinenser sagen: Wir wollen den Osten Jerusalems zur Hauptstadt Palästinas machen. Die Israelis sagen: Jerusalem ist die Hauptstadt unseres Landes, und wir teilen sie nicht. Um den Streit nicht zu verschlimmern, haben andere Länder Jerusalem nicht als Hauptstadt anerkannt. Bis jetzt! Denn mit der Verlegung ihrer Botschaft sagten die USA auch: Jerusalem ist die Hauptstadt Israels. Das macht viele Palästinenser wütend.

Warum ist die Stadt Jerusalem für beide, Israelis und Palästinenser, so wichtig?

Die Stadt ist für mehrere Religionen ein wichtiger Ort. Die meisten Palästinenser gehören zur Religion Islam. In Israel leben sehr viele Juden. Beide verbinden mit Jerusalem wichtige religiöse Ereignisse.

Und wie geht es jetzt weiter?

Schon als die USA erklärten, dass sie die Botschaft verlegen, gab es schwere Proteste. Auch am Montag kam es zu Gewalt. Dabei sind sogar Menschen gestorben. Fachleute machen sich Sorgen, dass die Gewalt weitergeht. Die deutsche Regierung sagt: Eine Lösung gibt es nur durch Verhandlungen. Genau das versuchen Politiker auch immer wieder.

(dpa)