1. Karlo Clever

In der Jury beim Filmfestival: Wann ist ein Film wirklich gut?

In der Jury beim Filmfestival : Wann ist ein Film wirklich gut?

Wenn es um Abenteuer geht, dann ist es ein guter Film. Das jedenfalls findet Elena. Die Zehnjährige aus der Stadt Frankfurt am Main mag Action-Filme am liebsten. Ob ihr ein Film gefällt, hängt aber auch von der Hauptfigur ab. Mit der muss sie mitfiebern können. „Ich mag es, mich in die Situation hineinzuversetzen“, sagt Elena.

In den nächsten Tagen wird Elena ganz viele Filme gucken und beurteilen. Denn sie ist Mitglied in der Jury bei Lucas, einem Film-Festival für Kinder und Jugendliche. „Ich gehe gerne ins Kino“, sagt die Schülerin. „Außerdem bewerte ich gerne Sachen.“

Elena will vor allem darauf achten, worum es in dem Film geht. „Ich werde auch nach Fehlern suchen“, erklärt sie. Wenn zum Beispiel in einer Szene jemand einen Ring trägt und in der nächsten hat er ihn plötzlich nicht mehr. Aber man hat nicht gesehen, dass er ihn abgenommen hat. Dann haben die Filmemacher einen Fehler gemacht.

In der Jury sitzen noch zwei weitere Kinder und drei Erwachsene. Einer der Erwachsenen ist Arend Agthe. Er hat selbst schon Kinderfilme gedreht. Beim Festival beachtet er: Schafft es der Film, wirklich zu fesseln? Schließlich gehen Filme oft länger als eine Stunde. Nicht jeder hält es aus, so lange ruhig zu sitzen. Anders als im Fernsehen oder bei einer DVD kann man nicht einfach zwischendurch abschalten oder auf Pause drücken, sagt Herr Agthe.

Das Tolle am Film ist für ihn das Eintauchen in fremde Welten. „Aber ohne, dass die fremde Welt einem wehtun kann.“ Herr Agthe will den Kindern in der Jury helfen, ihre Ideen zu den Filmen zu schildern. „Ich will wissen, was sie fasziniert hat“, sagt Herr Agthe. Dabei sagt er seine Meinung ganz bewusst nicht, um die Kinder-Jury nicht zu beeinflussen. Am Ende bewerten alle sechs zusammen die Filme.

Ausgesucht hat die Filme unter anderem Julia Fleißig. Sie leitet das Festival. „Unsere Filme sollen im Gedächtnis bleiben“, sagt sie. Alle Filme in dem Festival, die für Kinder ab acht Jahren sind, erzählen Geschichten aus anderen Ländern. In manchen geht es um Freundschaft, in anderen um Abschied. Der Alltag der Kinder in den Filmen ist ganz anders als der Alltag für Kinder in Deutschland. „Aber ihre Träume und Wünsche sind dieselben“, erklärt die Festival-Leiterin.

(dpa)