1. Karlo Clever

Familie der Murmeltiere: Von Bären, Katzen und Äffchen

Familie der Murmeltiere : Von Bären, Katzen und Äffchen

Damit sind keine Zootiere gemeint, sondern die Mitglieder einer Murmeltier-Familie. Warum sie so genannt werden und weshalb manche „wie ein Murmeltier“ schlafen, erfährst du hier.

Wer in den Alpen wandert, hört manchmal den schrillen Warnpfiff eines Murmeltiers. Diese Tiere leben fast überall auf der Nordhalbkugel unserer Erde. In den Alpen wohnen die Alpenmurmeltiere. In Alaska im Land USA tummeln sich Alaskamurmeltiere. In Kanada sind Gelbbauchmurmeltiere unterwegs. Insgesamt gibt es 14 Arten. „Sie sind sehr große Nagetiere“, sagt Alfred Frey-Roos. Er erforscht Murmeltiere an einer Universität in unserem Nachbarland Österreich.

Deren Name hat nichts mit der Murmel zu tun. Der Begriff Murmeltier hat sich aus dem uralten deutschen Wort „murmunto“ entwickelt. Es bedeutet Bergmaus. Ein Murmeltier ist also ein Nagetier aus den Bergen. Bis zu 60 Zentimeter kann es lang werden, und es hat einen buschigen dunklen Schwanz.

Warum die lustigen Namen?

Männliche Murmeltiere werden Bären genannt. Weibchen heißen Katzen. „Sie miauen tatsächlich wie eine Katze“, erklärt Alfred Frey-Roos. Die Jungtiere nennt man Äffchen. „Sie spielen so wie junge Äffchen.“ Die Tiere leben in einer Art Familie zusammen. Das stärkste Männchen und das stärkste Weibchen sind die Familienoberhäupter. Mit ihnen leben mehrere Generationen ihrer Kinder. „Anders als bei vielen anderen Säugetieren bleiben Murmeltiere bis zu drei Jahre bei den Eltern“, erklärt der Forscher.

Ja, Murmeltiere schlafen viel. Mehr als sechs Monate dauert ihr Winterschlaf: von Oktober bis April. Deshalb sagt man auch „Schlafen wie ein Murmeltier“. Dafür graben sich die Tiere in ihre Wohntunnel unter der Erde ein. Diese Tunnel heißen Röhren. „Von innen verschließt eines der Tiere den Gang so fest, dass man sich kaum durchgraben kann“, sagt Alfred Frey-Roos.

 Dr. Alfred Frey-Roos forscht über Murmeltiere.
Dr. Alfred Frey-Roos forscht über Murmeltiere. Foto: dpa/Alfred Frey-Ross

Damit Murmeltiere beim Schlafen nicht verhungern, müssen sie vorher so viel wie möglich fressen. Am liebsten vertilgen sie Alpen-Mutterwurz und Alpenklee, aber auch Disteln und andere Kräuter. „Darin stecken Fette, die Omega-3-Fettsäuren genannt werden. Sie sind besonders wichtig für den Winterschlaf“, erklärt der Forscher.

Sonne als Milbenschutz

Wenn Murmeltiere im Frühling nach draußen kommen, sonnen sie sich erst mal mit ausgestreckten Pfoten. Dabei mögen Murmeltiere gar keine Hitze, sagt der Fachmann: „Sie legen sich aus einem anderen Grund in die Sonne. Murmeltiere haben, wie viele andere Tiere auch, kleine Milben im Fell. Die springen heraus, wenn es ihnen zu heiß wird.“ Das Sonnenbad dient also der Fellpflege. Damit es den Murmeltieren nicht auch zu warm wird, liegen sie ausgebreitet auf kühlem Boden. „So können sie sich über den Bauch von unten kühlen.“

Die beste Zeit, um Murmeltiere zu beobachten, ist der Juli. „Dann kommen die Jungtiere immer länger nach draußen, und man kann ihnen toll beim Spielen zusehen“, verrät der Forscher.

(dpa)