1. Karlo Clever

Schach spielen : Vincents große Leidenschaft

Schach spielen : Vincents große Leidenschaft

In Deutschland ist der 14-Jährige Vincent Keymer zurzeit das größte Talent im Schach, finden Experten. Schon bald könnte Vincent zu den besten Spielern der Welt gehören.

Am Schachbrett haben nicht mehr viele Leute eine Chance gegen Vincent Keymer. Der 14-Jährige ist ein großes Talent. Den dpa-Nachrichten für Kinder erzählte er von seiner großen Leidenschaft.

Manche Leute finden, dass Schach keine richtige Sportart ist. Was denkst du?

Vincent Keymer: Ich finde, dass eine Turnier-Partie ein harter Kampf mit dem Gegner ist. Auch wenn dabei kein körperlicher Kampf stattfindet. Schach ist für mich schon Sport, weil die eigene Leistung auch von der des Gegners abhängt. Es ist sehr vielfältig. Es gehen einem so viele Gedanken durch den Kopf. All die Varianten, die man rechnet, all die Züge, die man überlegt.

Hast du den ganzen Tag Schach im Kopf?

Vincent: Ja. In jedem Fall. Ich tue ja auch jeden Tag was für Schach. Auch im Urlaub. Aber Schach alleine ist nicht mein Leben! Da gibt es noch ganz viele andere Sachen. Vor allem die Schule. Aber ich brauche auch ein bisschen was zum Ausruhen, ich will mich mal austoben: im Garten Fußball spielen, Fahrrad fahren. Früher war ich im Fußballverein. Das Problem: An Wochenenden war ich sehr selten da. Turniere, Trainingslager, ich konnte mich da halt nie richtig an die Termine halten. Fahrradfahren hat den großen Vorteil, dass ich immer losfahren kann, wann ich will. Natürlich nimmt Schach viel Zeit ein. Aber es ist nicht das ganze Leben.

Wie oft trainierst Du?

Vincent: Ich probiere, täglich zu trainieren, wenn ich Zeit habe. Im Normalfall schaffe ich so drei Stunden am Tag. Wenn mein Trainer hier ist, dann werden es in etwa sieben, acht oder sogar neun Stunden täglich. Aber so lange ich alleine trainiere, entscheide ich selber. Da heißt es dann nicht: Nach drei Stunden klingelt der Wecker und dann habe ich eine Stunde Freizeit.

Hast du einen Tipp für Beginner, wie sie beim Schach gewinnen können?

Vincent: Man muss viel trainieren und sich gut vorbereiten. Bei Anfängern sind gute Züge wichtig, um keine Figuren zu verlieren. Später sind gute Züge etwas ganz anderes. Am Brett kann man nicht mehr so viel herausholen. Die eigentliche Arbeit findet zu Hause statt. Im Turnier muss man das Gelernte anwenden. Ein guter Zug hilft gar nichts. Dagegen kann ein schlechter Zug schon zum Verlust führen.

(dpa)