1. Karlo Clever

Elmau: Viele Gründe für den Hunger

Elmau : Viele Gründe für den Hunger

Mit knurrendem Magen ins Bett: Für viele Menschen ist das Alltag. Zurzeit leiden besonders viele Frauen, Männer und Kinder weltweit unter Hunger. Warum? Und was hilft?

Die Zahlen zeigen, wie schlimm die Krise ist: 345 Millionen Menschen auf der Welt müssen hungern. Das sind etwa viermal so viele Menschen, wie in Deutschland leben. Besonders schlimm ist die Lage etwa in den Ländern Äthiopien und Somalia in Afrika sowie im Jemen im Nahen Osten (Asien). Sieben reiche Länder haben jetzt beschlossen, diesen Menschen stärker zu helfen. Auch Deutschland ist dabei. Sie wollen den Menschen mehrere Milliarden Euro geben.

Was bedeutet die Hungerkrise?

Die Menschen haben nicht ausreichend zu essen und nichts, was wirklich gesund ist. „Morgens gibt es vielleicht einen Brei aus Mais zum Frühstück, aber dann den ganzen Tag nichts mehr“, erklärt Simone Pott von der Welthungerhilfe. Selbst wenn es abends noch eine kleine Mahlzeit gibt, gehen sie mit knurrendem Magen ins Bett. Das führt dazu, dass Kinder in der Schule unkonzentriert und müde sind und dass auch die Erwachsenen weniger leisten können. Außerdem können die Menschen schneller krank werden. Im schlimmsten Fall sterben sie.

Hat auch der Krieg in der Ukraine
mit dem Hunger zu tun?

Ja. In der Ukraine wird viel Getreide angebaut. Doch das kann gerade nicht in andere Länder gebracht werden und fehlt dort. Es gibt aber noch mehr Gründe für die Hungersnot. „Der Hunger ist auch eine Folge des Klimawandels“, sagt Simone Pott. In Äthiopien etwa habe es zum vierten Mal hintereinander nicht genug geregnet. Anderswo hätten Unwetter die Ernten zerstört.

Auch Kriege und Konflikte in den Ländern haben zur Hungersnot beigetragen. „Wenn Menschen vor Konflikten fliehen müssen, können sie sich nicht mehr um ihre Felder kümmern“, sagt die Fachfrau. Hinzu kam dann auch noch Corona. Menschen haben ihre Arbeit verloren, weil etwa Märkte geschlossen waren, auf denen die Leute vorher etwas verkauft haben.

Was bringt es, wenn die sieben
reichen Länder nun Geld geben?

„Das Geld ist gut und wichtig. Aber es wird nicht ausreichen“, sagt Frau Pott. „Außerdem bringt das Geld alleine nichts. Wir müssen verändern, wie die Nahrungsmittel vom Acker auf den Teller kommen.“ Ein Beispiel: Oftmals fehlen gute Lagerhallen, deswegen werden Produkte wie Gemüse oder Getreide schnell schlecht. Dadurch fehlen den Menschen Nahrungsmittel und die Einnahmen aus ihren Verkäufen. Um den Hunger zu besiegen, sei es außerdem sehr wichtig, Konflikte zu beenden und gegen den Klimawandel vorzugehen, fordert Simone Pott. (dpa)

(dpa)