1. Karlo Clever

Parasiten: Ungewollter und lästiger Besuch

Parasiten : Ungewollter und lästiger Besuch

Viele Menschen mögen Haustiere. Doch es gibt auch Lebewesen, die es sich bei uns gemütlich machen, obwohl wir sie nicht haben wollen: Parasiten. Manche können gefährlich sein.

Läuse hüpfen von Kopf zu Kopf. Der Floh macht es sich etwa im Hundefell gemütlich. Die Mücke saugt unser Blut und hinterlässt einen juckenden Stich. In der Natur gibt es viele lästige Schmarotzer. Man nennt sie auch Parasiten. Doch was sind das für Lebewesen?

„Von Parasiten sprechen wir, wenn ein Lebewesen ein anderes Lebewesen zu seinem einseitigen Vorteil nutzt“, sagt der Tierarzt Jakob Trimpert. Das bedeutet: Der Parasit lebt auf Kosten eines anderen Lebewesens, ohne etwas dafür zu geben. Das Lebewesen, das benutzt wird, ist der sogenannte Wirt. Parasiten ernähren sich etwa vom Blut ihres Wirts. Sie rauben ihm Nahrung, Energie oder legen ihre Eier bei ihm ab. Manchmal lassen sie sich vom Wirt von einem Ort zum anderen tragen.

Seit es Leben auf der Erde gibt, gibt es auch Schmarotzer. Es gibt sie in allen Formen und Größen sowohl bei Pflanzen als auch bei Tieren und Menschen. „Manche Parasiten sind so klein, dass sie im Blut oder in den Organen ihres Wirts leben“, sagt der Fachmann. „Größere Parasiten leben außerhalb ihres Wirts, etwa Mücken, Flöhe und Zecken.“ Für den Wirt können Parasiten lästig sein. Normalerweise sind sie aber nicht tödlich. Ein Parasit hätte nichts davon, wenn er das Leben seines Wirts bedrohen würde. Doch auch das kommt hin und wieder vor. „Parasiten können Krankheitserreger wie etwa Viren oder Bakterien in ihren Wirt einschleusen“, sagt Jakob Trimpert.

 An diesem Arm hat eine Mücke einen juckenden Stich hinterlassen: Sie hat Blut gesaugt.
An diesem Arm hat eine Mücke einen juckenden Stich hinterlassen: Sie hat Blut gesaugt. Foto: dpa-tmn/Andrea Warnecke

So überträgt etwa eine Stechmücke in den Tropen eine gefährliche Krankheit: Malaria. In einigen Gegenden Afrikas, Asiens und Südamerikas sterben jedes Jahr Leute daran.

 Flöhe im Hundefell: Die kleinen Tierchen machen es sich als Parasiten hier gemütlich.
Flöhe im Hundefell: Die kleinen Tierchen machen es sich als Parasiten hier gemütlich. Foto: tatomm - stock.adobe.com/Chutima Chaochaiya

So lebensbedrohlich sind die Parasiten hierzulande nicht. Nur Zecken können auch in einigen Gegenden Deutschlands gefährliche Krankheiten übertragen. Das bedeutet aber längst nicht, dass man nach jedem Zeckenbiss krank wird. Trotzdem sollte man nach einem Spaziergang im Wald oder im hohen Gras nachschauen, ob sich vielleicht eine Zecke irgendwo festgebissen hat, etwa in der Achsel oder Kniekehle.

 Nicht jeder Zeckenbiss macht krank: Aber Zecken können gefährliche Krankheiten übertragen.
Nicht jeder Zeckenbiss macht krank: Aber Zecken können gefährliche Krankheiten übertragen. Foto: dpa/Patrick Pleul

Ein anderes wichtiges Mittel gegen Parasiten ist Sauberkeit. Wenn wir uns und unsere Klamotten und Bettwäsche regelmäßig waschen, kann sich Ungeziefer wie Flöhe oder Wanzen viel schlechter bei uns einnisten. Ebenso sollten wir uns von wilden Tieren und besonders deren Ausscheidungen fernhalten. Auch von dort können Krankheitserreger und Parasiten wie zum Beispiel Würmer auf Menschen übergehen. Die lästige Mücke im Schlafzimmer werden wir so natürlich nicht los. Mit manchen Parasiten müssen wir uns abfinden.

 Der Kuckuck ist ein Brut-Parasit: Der Schmarotzer legt seine Eier in fremde Nester.
Der Kuckuck ist ein Brut-Parasit: Der Schmarotzer legt seine Eier in fremde Nester. Foto: Golubev Dmitrii - stock.adobe.co/@ Golubev Dmitriy
(dpa)