Filmstudio Babelsberg: Tricks für Film und Fernsehen

Filmstudio Babelsberg : Tricks für Film und Fernsehen

Waghalsige Sprünge, rasante Verfolgungs-Fahrten und Prügeleien: In Filmen übernehmen Stuntleute riskante Szenen. Wie die Profis das genau machen, haben Kinder gerade gelernt.

Carl steht einem Mädchen gegenüber. Es guckt ihn grimmig an, holt für eine satte Ohrfeige aus – und klatsch! Carl taumelt und fällt zu Boden. Um ihn herum scheint sich eine handfeste Prügelei abzuspielen. Was ist denn da los? Keine Sorge. Das ist alles nur gespielt.

Die Kinder machen bei einem Kurs für Stunts mit. Stunt (gesprochen: Stant) kommt aus dem Englischen und heißt Trick oder Kunststück. Wenn es in einer Filmszene richtig zur Sache geht, kommen Stuntleute ins Spiel. Bei waghalsigen Aktionen lassen sich viele Schauspieler von ihnen vertreten. Etwa bei wilden Verfolgungs-Fahrten, waghalsigen Sprüngen oder eben Prügeleien.

Doch wie machen die Stunt-Leute das, ohne sich dabei zu verletzen? Das haben sich Carl und ein paar andere Kinder gerade im Filmpark Babelsberg angeguckt. Das ist ein Freizeitpark in der Nähe von Berlin. Der Elfjährige hat dort zum Beispiel einen Sprung von einem niedrigen Dach in ein Luftkissen gewagt. Und bei einer gespielten Prügelei hat er auch mitgemacht. Dabei hat Carl gelernt: Der Trick ist, dass alle Kinder gut zusammenspielen. Jeder achtet darauf, was der andere macht.

Etwa so: Ein Mädchen tut so, als würde es einen Jungen schlagen, verfehlt ihn aber knapp. Der Junge tut gleichzeitig so, als würde er getroffen werden und fällt um. Von weiter weg sieht es dann so aus, als würden die beiden sich tatsächlich prügeln. „Das Schlagen und so tun, als wäre man verletzt, finde ich cool“, sagt Carl nach der Übung.

Die gespielte Ohrfeige nennen die Fachleute Bodystunt. „Bodystunts sind Übungen, die man mit seinem Körper macht, etwa Sprünge und Rollen“, erklärt der Stuntman Steven Lehmann. In Filmen gibt es auch Auto- und Feuerstunts, Höhensprünge oder Rigging. Beim Rigging hängt man mit einem Gurt an einem Seil. Damit kann man etwa so tun, als würde man bei einer Explosion weit durch die Luft fliegen.

„Sprünge sind meine Favoriten“, sagt Steven Lehmann. „Da ist immer ein bisschen Nervenkitzel dabei.“ Für jeden Stunt müssen die Profis lange üben. Trotzdem läuft es nicht immer wie geplant. Steven Lehmann erinnert sich, wie er einmal aus durch eine Glasscheibe sprang. „Es war nass und ich bin ausgerutscht“, erzählt er. „Dadurch bin ich nicht sauber in den Sprung gekommen. Aber die Aufnahme war trotzdem schick.“

(dpa)
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