1. Karlo Clever

Bewegliche Stufen: Treppe am laufenden Band

Bewegliche Stufen : Treppe am laufenden Band

Rolltreppen befördern uns bequem von einer Etage zur nächsten. Und das schon seit 130 Jahren! Wie das mit den beweglichen Stufen funktioniert, erklärt ein Experte.

Ohne Mühe steigt man einfach drauf und fährt hoch oder runter. Die Rolltreppe erspart einem das Treppensteigen etwa in Bahnhöfen, Flughäfen und Einkaufszentren. Gerade wenn man schwere Taschen hat, ist eine Rolltreppe sehr praktisch. Aber wie kann sich diese Treppe überhaupt bewegen?

Andreas Busse kann das erklären. Er ist Monteur von Beruf. Der Fachmann baut und repariert seit vielen Jahren Rolltreppen. Er weiß, wo die Rolltreppe ihr Herzstück hat. Damit ist der Motor gemeint, der die Treppe ins Rollen bringt. Herr Busse hebt am oberen Ende der Rolltreppe zwei Klappen aus dem Boden. „Dieser Elektromotor bewegt ein großes Antriebsrad mit einer dicken Kette“, erklärt Andreas Busse. „Das setzt die Rolltreppe in Gang.“

Um die gesamte Rolltreppe wandert eine zweite, ganz lange Kette. Sie sieht aus wie eine Fahrradkette. Ihr Zweck ist es, die Stufen zu bewegen. „An der Kette hängen Rollen, die mit Bolzen an den Stufen befestigt sind“, erklärt der Experte.

Wenn du schon mal vor einer Rolltreppe standest, hast du sicher gesehen, dass die Treppenstufen wie aus dem Nichts erscheinen. Stufe für Stufe werden sie ausgefahren. „Das funktioniert über Schienen, in denen die Stufen an ihren Seiten mit zwei weiteren Rollen entlanglaufen“, sagt Andreas Busse.

Am unteren Ende der Treppe laufen Schiene und Kette aufeinander zu. Oben an der Treppe gehen Kette und Schiene wieder auseinander. Die Schiene knickt dann ab. So werden die Stufen eingefahren. Dann wandern sie wieder nach unten.

Die Treppe am laufenden Band wurde schon vor 130 Jahren erfunden. In der Zwischenzeit hat sich die Idee noch ein bisschen verändert: Die Treppen sind vor allem sicherer geworden. So haben die Stufen Rillen auf den Trittflächen bekommen. „Am Ende der Treppe greifen diese in den sogenannten Kamm“, sagt Herr Busse. Dadurch können Fremdkörper nicht so leicht dorthin geraten, wo sie nicht hingehören. Sollte sich trotzdem etwas verfangen, reagiert die Treppe mit einem Notstopp.

Der Motor schaltet sich dann sofort aus. Trotzdem entdecken Andreas Busse und seine Kolleginnen und Kollegen immer wieder kleine Dinge, wenn sie ihre Rolltreppen überprüfen. Meistens sind das abgerissene Schnürsenkel oder andere Kleinteile von Schuhen. Da­rum sollte man vor sich auf die Füße schauen, wenn man mit einer Rolltreppe fährt.

 Die Bürste an der Seite dient der Sicherheit.
Die Bürste an der Seite dient der Sicherheit. Foto: dpa/Philipp Brandstädter
(dpa)