1. Karlo Clever

Aurich: Traumberuf Friseur? Waschen, schneiden - klönen

Aurich : Traumberuf Friseur? Waschen, schneiden - klönen

Sie legt Kämme, Bürsten und Scheren bereit - und stimmt sich auf gute Laune ein. So bereitet sich Miriam Plagge auf ihre Arbeit vor. Die 28-Jährige ist Friseurin in der Kleinstadt Aurich im Norden Deutschlands. „Man muss in diesem Beruf immer fröhlich sein”, findet sie.

Als die ersten Kundinnen in den Laden kommen, wird jede mit einem Lächeln begrüßt. „So wie immer, bitte”, sagt eine Dame, die sich an diesem Morgen die Haare machen lässt. Die Friseurin weiß sofort Bescheid. Die Kundin kommt regelmäßig in den Laden. „Alles klar.”

Miriam Plagge wäscht, schneidet die Frisur in Form, dreht Locken ein, föhnt und plaudert dabei mit der Frau. Sie klönt, wie man im Norden sagt: über das Wetter, den Urlaub und vieles mehr. Fast wie eine Freundin.

„Man redet in diesem Beruf ganz viel. Man ist schon eine Vertraute”, sagt Miriam Plagge. Das gilt vor allem, wenn ein Salon viele Stammkunden hat. Die Friseurin merkt sich alle Namen und was die Leute ihr erzählen. Die Kunden sollen sich wohlfühlen, entspannen und Vertrauen haben. Schließlich legen sie ihre Haare und damit fast ihr ganzes Aussehen in die Hände der Friseurin. Wenn diese falsch schneidet, fühlen sie sich wochenlang unwohl.

Ein Friseur muss sein Handwerk beherrschen und immer haargenau arbeiten. „Wenn ein Kunde unzufrieden ist, sagt er das meist sofort. Das ist ein blödes Gefühl”, sagt Miriam Plagge. Aber das ist ihr bisher selten passiert. Umso mehr freut sie sich, wenn sie Menschen mit einer neuen Frisur glücklich machen kann.

Die Kundin strahlt, als sie ihre Haare im Spiegel sieht: frisch geschnitten und geföhnt. „Das ist das Schönste an dem Beruf, dass wir immer gleich das Ergebnis sehen”, findet Miriam Plagge. Ihr gefällt auch, dass sie sich bei jedem Kunden neu überlegen kann, welcher Schnitt und welche Haarfarbe zu ihm passen. „Eine bestimmte Frisur kann man nicht auf jeden Kopf setzen. Das muss zum Gesicht passen”, sagt Miriam Plagge.

Sie berät die Kunden, geht auf Wünsche ein und hält sie notfalls davon ab, sich etwa die Haare knallrot zu färben. Wenn ihnen so eine Pumuckl-Frisur nicht steht. Zurzeit wollen viele Mädchen und junge Frauen lange Haare haben. Bis die gewachsen sind, dauert es. Aber Miriam Plagge weiß, wie man sie künstlich verlängert - mit Extensions.

Sie hat verschiedene Methoden dafür gelernt. „Man muss in dem Job immer wieder dazulernen, auch weil sich die Haarmode ständig ändert”, sagt die Friseurin. Sie hat Spaß daran, Neues auszuprobieren. Auch deshalb mag sie ihren Beruf. „Man kann sehr kreativ sein”, sagt Miriam Plagge.

Aber die Arbeit ist auch hart. „Wir stehen den ganzen Tag. Da tun anfangs die Füße und der Rücken weh.” Dazu kommt: Für die Arbeit gibt es oft wenig Geld. Viele Friseure verdienen weniger als Menschen in vielen anderen Berufen. Miriam Plagge findet: „Das ist ein toller Job, aber man muss ihn wirklich vom Herzen her wollen.”

(dpa)