1. Karlo Clever

Boxtraining: Starke Fäuste allein reichen nicht

Boxtraining : Starke Fäuste allein reichen nicht

Beim Boxtraining geht es um den ganzen Körper, zum Beispiel um die Beine und um gutes Gleichgewicht. Das können die Jugendlichen in Akademien hervorragend lernen.

„Drei vor und einen zurück“, ruft der Boxtrainer über den Sportplatz. David nimmt Schwung und hüpft über eine Leiter, die auf dem Boden liegt. Drei Kästchen springt er nach vorne, eines zurück. Der 13-Jährige muss sich konzentrieren, um sich nicht zu verzählen und in das richtige Kästchen zu springen.

„Das ist nicht so meins“, gibt David zu. Doch Übungen wie die mit der Leiter sind wichtig, wenn man das Boxen lernen möchte. „Beim Boxen braucht man seinen ganzen Körper, es geht nicht nur um das Schlagen“, sagt Valentina Techen. Sie ist Trainerin im Verein Box-Akademie in der Stadt Hamburg und erklärt: „Ein Boxer muss auch seine Beine schnell bewegen können, um dem Schlag seines Gegners auszuweichen.“

David besucht seit zwei Jahren das Training an der Box-Akademie. Im Moment findet das draußen statt, um das Risiko zu senken, sich mit Corona anzustecken. Dunkle Wolken ziehen am Himmel auf, und ein starker Wind bläst über den Sportplatz. Doch das scheint niemanden zu stören. „Wir trainieren bei Wind und Wetter“, sagt der Trainer.

Dann ruft er den Jungen laut ein Kommando zu: Schattenboxen! Die Jungs schlagen mit ihren Fäusten vor sich in die Luft, als hätten sie einen unsichtbaren Gegner. Das Schattenboxen ist eine Übung, mit der sich die Boxer aufwärmen.

Als Nächstes trainiert David zusammen mit seinem Partner Julien die Schläge, die der Trainer ihnen vormacht. Dabei hüpfen die zwei Jungs über den Sportplatz, ducken sich vor den Schlägen des anderen weg und versuchen, den anderen mit den Fäusten zu berühren.

„Am Donnerstag will ich Übungen für mein Gleichgewicht machen“, sagt David zu seinem Trainer, als er eine Pause macht. Das Gleichgewicht zu trainieren hilft Boxern dabei, vor Schlägen auszuweichen und sich schnell durch einen Boxring zu bewegen. Neben den Schlägen und dem Gleichgewicht ist noch etwas besonders wichtig: „Boxer müssen sich beherrschen“, sagt Valentina Techen. „Wer im Boxring geschlagen wird, der darf sich nicht provozieren lassen und einfach zurückhauen.“ Auch das müssten junge Boxer lernen.

Doch Wettkämpfe sind David nicht so wichtig. Er hat Spaß an der Bewegung. „Mir gefällt es, dass ich mich hier auspowern kann“, sagt er. „Nach dem Training fühle ich mich gut und glücklich.“ Außerdem gibt ihm das Training Mut: „Dass ich mich mal verteidigen kann, wenn mal was passiert, gibt mir ein gutes Gefühl.“

(dpa)