1. Karlo Clever

Diskuswerfen: Sport mit fliegender Scheibe

Diskuswerfen : Sport mit fliegender Scheibe

Ab heute treten die besten Diskuswerferinnen und Diskuswerfer bei der Leichtathletik-WM an. Trainer Jörg Schulte erklärt, worauf es bei dem Sport ankommt.

Wer gern Fußball spielen möchte, sucht sich einen Fußball-Verein in der Nähe. Aber wo und wie wird man Diskuswerferin oder Diskuswerfer? Jörg Schulte ist einer der deutschen Trainer für die Sportart Diskus und hat sich mit der Reportertin Mariana Friedrich da­rüber unterhalten. Er bereitet Profis auf ihre Wettbewerbe vor, zum Beispiel die Leichtathletik-WM ab dem 15. Juli. Doch auch Anfänger können sich am Diskuswerfen versuchen.

Wie fange ich an, wenn ich Diskuswerfen lernen möchte?

Jörg Schulte: Diskuswerfen gehört zu den Leichtathletik-Disziplinen. Wenn du dich für diesen Sport interessierst, gehst du also zunächst in einen Leichtathletik-Verein. Dort werden ganz vielseitig viele unterschiedliche Disziplinen wie Laufen, Springen und eben auch Werfen trainiert. Nach und nach zeigt sich dann, für welche Disziplin du besonders geeignet bist. Man wird also nicht von Anfang an Diskuswerfer oder Diskuswerferin.

 Jörg Schulte trainiert Diskuswerferinnen und Diskuswerfer für wichtige Wettbewerbe.
Jörg Schulte trainiert Diskuswerferinnen und Diskuswerfer für wichtige Wettbewerbe. Foto: dpa

Wie unterscheidet sich das Werfen bei den Wurfdisziplinen?

Schulte: Einmal haben wir die Wurfarten, bei denen man sich dreht. Das sind Diskuswurf, Hammerwurf und inzwischen auch Kugelstoßen. Dann gibt es noch den Speerwurf, wo man Anlauf nimmt und den Speer wirft. Auch das Wurfgewicht ist natürlich sehr unterschiedlich. Je leichter das Wurfgerät, umso wichtiger ist es, dass ich schnellkräftig werfen kann. Je schwerer das Gerät ist, umso wichtiger ist die Kraft beim Werfen.

Wie sieht ein typisches Training aus?

Schulte: Es kommt natürlich auf das Alter und den Trainer oder die Trainerin an. Bei Kindern konzentrieren wir uns auf Spiele, die Ausbildung der koordinativen Fähigkeiten und den Spaß beim Training. Wir machen also viele Ballspiele, turnen, machen zum Beispiel die Rolle vorwärts, Rolle rückwärts, schlagen Räder, machen Sprungübungen. Erst mal geht es um den Spaß und das Körpergefühl. Hinzu erlernen die Kinder die Technik der verschiedenen Sprung- und Wurfdisziplinen sowie das Hürdenlaufen.

 So wirft man eine Diskusscheibe.
So wirft man eine Diskusscheibe. Foto: dpa

Und bei den Profis?

Schulte: Bei den Profisportlern kommt es auf die Trainingsphase an. Wenn wir die Leistung für die kommende Saison aufbauen, machen wir viel allgemeines Training. Dabei wird auch mal eine Stunde Fußball gespielt oder wir arbeiten mit Medizinbällen. Vieles, was man im Schulsport auch macht. In den späteren Phasen steht dann das Kraft- und Wurftraining im Vordergrund.

Muss ich denn in all diesen Disziplinen schon gut sein?

Schulte: Nein. Du musst natürlich nicht alles können und auch nicht alles mögen. Meine Athleten mögen auch nicht alles. Aber probiere alles aus. Auch Athleten, die jetzt bei Weltmeisterschaften oder bei Olympischen Spielen antreten, trainieren über das Jahr verteilt möglichst vielseitig. Gerade Leichtathletik und Turnen sind super Sportarten, mit denen die Grundlagen für alle anderen Sportarten gelegt werden. Selbst wenn du dich später entscheidest, einen ganz anderen Sport zu machen, ist das Training sehr sinnvoll.

(dpa)