1. Karlo Clever

Spione im Kalten Krieg: So spannend wie ein Kinofilm

Spione im Kalten Krieg : So spannend wie ein Kinofilm

Vor 60 Jahren überquerten zwei Männer eine Brücke. Der eine spionierte für das Land USA, der andere für die damaligen Sojwetunion. Es war der erste Agentenaustausch im Kalten Krieg.

Spannung liegt in der Luft. Und Nervosität! Auf beiden Seiten fragt man sich: Wird alles klappen, wie vereinbart? Werden sich die anderen auch wirklich an die Regeln halten? Oder wird das Ganze sehr schlecht enden? Am 10. Februar 1962 passierte in der Stadt Berlin etwas, was es so vorher so noch nicht gegeben hatte: Es kam zu einem Agentenaustausch!

Was ist der kalte Krieg?

Das klingt wie aus einem Kinofilm und tatsächlich war es ähnlich spannend. Denn zu der Zeit gab es einen Konflikt zwischen zwei Gruppen. Zur einen Gruppe gehörten die Vereinigten Staaten von Amerika, kurz USA. Zur anderen die damalige Sowjetunion. „Beide Seiten besaßen fürchterliche Waffen, darunter Atombomben. Jeder wäre also in der Lage gewesen, den anderen komplett auszulöschen“, erklärt der Geschichtsfachmann Bernd Greiner. Einen richtigen Krieg mit Waffeneinsatz galt es also unter allen Umständen zu vermeiden. Deshalb spricht man auch vom Kalten Krieg.

Stattdessen bekriegte man sich auf andere Art. Dazu gehörten auch Agenten, die jeweils die andere Seite ausspionieren sollten. Die USA hatten einige Jahre zuvor einen sowjetischen Spion verhaftet. Er hieß Rudolf Abel und lebte in der Stadt New York. Rudolf Abel versuchte geheime Informationen zu sammeln, unter anderem über das Atomwaffen-Programm der USA. Er wurde aber enttarnt und verhaftet.

 So sieht die Brücke heute aus.
So sieht die Brücke heute aus. Foto: dpa/Soeren Stache

Die Sowjetunion wiederum hatte einen amerikanischen Agenten erwischt. Er war mit einem speziellen Flugzeug unterwegs gewesen und sollte geheime Aufnahmen von Militäranlagen machen. Das Flugzeug wurde abgeschossen, er konnte sich aber mit seinem Fallschirm retten.

Nun sollten die beiden Männer gegeneinander ausgetauscht werden. „Das war auch deshalb so besonders, weil beide Seiten damit quasi offiziell zugaben, sich gegenseitig auszuspionieren“, erklärt der Fachmann.

Alles war ganz geheim

Der Austausch der Agenten fand an einem ungewöhnlichen Ort statt: auf der Glienicker Brücke. Diese Brücke verbindet heute die Stadt Berlin mit der Stadt Potsdam. Vor 60 Jahren verlief dort aber noch die Grenze zwischen West-Berlin, das zur Bundesrepublik Deutschland gehörte und der DDR, also der Deutschen Demokratischen Republik.

Wie im Film mussten die beiden Agenten über die Brücke gehen und eine Grenzlinie überschreiten. Dann waren sie jeweils in Sicherheit. Das lief natürlich supergeheim ab. Beide Seiten hielten sich an die Regeln: Am Ende klappte der Austausch.

(dpa)