1. Karlo Clever

Stubenfliegen: Sie kam, sah und flog davon

Stubenfliegen : Sie kam, sah und flog davon

Eine Stubenfliege zu fangen, ist nicht so einfach. Die Tierchen reagieren superschnell auf mögliche Gefahren. Sie haben spezielle Augen, die ihnen dabei helfen, sie zu erkennen.

Zuerst spaziert sie frech über den Kuchen. Dann schwirrt sie kreuz und quer durch die Küche, bevor sie eine Weile regungslos an der Decke sitzt. Nun hat sie es auf dich abgesehen! Sie fliegt um dein Gesicht und spaziert auf deinem Arm herum. Das kitzelt!

Bestimmt wurdest du auch schon mal von einer Stubenfliege genervt. Vielleicht hast du auch das schier Unmögliche versucht: die Stubenfliege zu fangen. Doch das kleine Tierchen ist einfach zu schnell. Das hat unter anderem mit den Augen der Fliege zu tun.

Auf den ersten Blick sieht es so aus, als hätte die Stubenfliege zwei kugelförmige, rötliche Augen. Schaut man sich diese aber unter einem Mikroskop vergrößert an, erkennt man, dass sich diese großen Augen aus Tausenden kleinen, sechseckigen Augen zusammensetzen. Man nennt das auch Facettenaugen.

Deutlich schnellere Reaktion

Jedes einzelne Auge hat eigene Sinneszellen. Das bedeutet, es nimmt jeweils Licht aus unterschiedlichen Richtungen auf und verarbeitet es. Dadurch hat die Fliege nicht nur einen Rundum-Blick. Sie reagiert auch deutlich schneller als wir Menschen. So erkennt sie Gefahren schneller, wie zum Beispiel eine herabsausende Fliegenklatsche. Schwupps, schon ist sie weg!

Außerdem sind Fliegen schnell. Mehrere Hundert Mal in der Sekunde schlägt die Stubenfliege mit ihren beiden Flügeln. Auch so machen die Tierchen es ihren Feinden schwer, sie zu schnappen. Wie kleine Akrobaten können sie kopfüber an der Zimmerdecke sitzen und Wände oder sogar Fensterscheiben senkrecht hochlaufen. Ihre Füße geben eine Art klebrige Flüssigkeit ab, die das möglich macht.

Stubenfliegen findet man übrigens fast überall auf der Welt - außer in der Wüste, hoch oben in den Bergen oder in den Polarregionen. Fachleute nennen sie deshalb auch Kulturfolger. Denn man findet die Insekten häufig dort, wo auch viele Menschen leben. In unseren Küchen fühlen sich die Tiere zum Beispiel wohl, denn dort finden sie etwas zu fressen.

Auch in Tierställen, wo Pferde, Kühe oder Ziegen leben, gibt es die Insekten in großer Menge. Deshalb werden die Fliegen manchmal auch Stallfliegen genannt. Dabei leben Stubenfliegen nur etwa 20 Tage. Aber in dieser kurzen Zeit können sie uns mächtig nerven. Zum Glück aber nur am Tag. Nachts sind die Tierchen in einer Art Ruhezustand.

(dpa)