1. Karlo Clever

Neues Schuljahr: Schulranzen sollen vieles können

Neues Schuljahr : Schulranzen sollen vieles können

Man muss mit ihnen Fangen spielen können. Auch sollten sie bequem zu tragen sein und einem gefallen. Fachleute machen sich viele Gedanken zu diesen besonderen Taschen.

Gelb geht gar nicht. Genauso wenig wie die Farbe Rot. Und was ist mit Türkis? „Nach unserer Erfahrung steht das auch nicht hoch im Kurs“, sagt Norah Kreilinger. Sie zeigt auf die Wand hinter sich. Die Modelle, die dort hängen, sind blau oder grün, lila oder knallig pink. Diese Farben seien besonders beliebt. Ihr Kollege Marcel Schröder fügt hinzu: „Was auch gut ankommt, sind Pferde-Motive, Autos und alles, was mit Weltraum zu tun hat.“

Norah Kreilinger und Marcel Schröder arbeiten in der Stadt Köln bei einem Unternehmen, das Schultaschen wie den Ergobag herstellt. Vielleicht hast du schon einmal davon gehört. Diese sollen angenehm zu tragen und schonend für den Rücken sein. Sie haben zum Beispiel einen Beckengurt, ähnlich wie bei einem Wanderrucksack. Dadurch wird das Gewicht besser verteilt, von den Schultern auf die Hüfte.

Ranzen müssen gut sitzen

„Die Kinder müssen teilweise bis zu 20 Prozent ihres eigenen Körpergewichts tragen. Das ist eine ganze Menge“, erklärt Marcel Schröder. Wenn Kinder in die erste Klasse kommen, wiegen sie im Durchschnitt etwa 21 Kilogramm. Das bedeutet, eine Schultasche kann zusammen mit Heften und Büchern locker vier bis fünf Kilogramm wiegen. Deshalb sei es wichtig, dass sie gut sitzt und sich das Gewicht gleichmäßig verteilt. Früher legte man darauf nicht so viel Wert. Da waren Schulranzen oft groß, schwer und sperrig.

Gerade tüfteln die Fachleute an neuen Modellen. Diese sollen in drei Jahren zu kaufen sein. Ein neues Modell zu entwickeln, dauere bis zu zwei Jahre, erklärt Norah Kreilinger.

Ein großes Team aus Entwicklern und Designern macht sich beispielsweise Gedanken über Farben und Muster. „Das Design ist eine riesige Herausforderung. Immerhin soll die Schultasche den Kindern vier Jahre lang gefallen, also die ganze Grundschulzeit über“, sagt Marcel Schröder.

Früher hörten die Fachleute vor allem auf die Erwachsenen. Heute werden die Kinder nach ihrer Meinung gefragt. Dabei kommt oft Spannendes heraus.

Leicht und trotzdem stabil

Zum Beispiel versuchen die Fachleute, die Teile so leicht wie möglich zu machen. Sie fanden heraus, dass sich die Kinder teilweise auf ihre Schultasche draufsetzen. „Da mussten wir umdenken und dieses wieder etwas stabiler machen“, sagt Norah Kreilinger.

Eine Schultasche muss außerdem den Bedürfnissen vieler Kinder gerecht werden. An manchen Schulen gibt es etwa Frühstück, an anderen nicht. Das heißt, die Kinder müssen eine Brotdose einpacken. An manchen Schulen haben die Kinder einen eigenen Spind, an anderen nicht. Manche Kinder haben einen langen Weg zur Schule, andere einen kurzen. Eine Schultasche muss alles können, für alles Platz haben und allen Kindern passen. Gar nicht so einfach!

(dpa)