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Karlo Clever: Schon als Kind mitgefiebert

Karlo Clever : Schon als Kind mitgefiebert

Die Tour de France gehört zu den härtesten Radrennen der Welt. Dieses Jahr gehen auch Frauen an den Start – nach jahrelanger Pause! Mit dabei ist die deutsche Fahrerin Lisa Brennauer.

Sie hat schon alles gewonnen. Sie ist Europa- und Weltmeisterin und sogar Olympiasiegerin. Trotzdem ist es für Lisa Brennauer etwas Besonderes, beim Radrennen Tour de France (gesprochen: tur dä frongs) an den Start zu gehen. Im Interview mit Stefanie Paul erzählt sie warum.

Frau Brennauer, dieses Jahr gibt es endlich wieder eine Tour de France der Frauen. Wird damit ein Traum wahr?

Lisa Brennauer: Ja, irgendwie schon. Wir haben so lange daraufhin gefiebert und gehofft, dass es das Rennen irgendwann wieder gibt. Und dass es dieses Jahr stattfindet, ist wirklich eine klasse Sache.

Was macht die Tour de France so besonders?

Brennauer: Schon als Kind saß ich vor dem Fernseher, habe mitgefiebert und zugeschaut, wie die Fahrer die Berge hochstrampeln – und wie sie um dieses berühmte Gelbe Trikot kämpfen. Und jetzt darf ich da selbst mitfahren. Das ist schon ein irres Gefühl. Und natürlich ist dieses Rennen auch so etwas wie ein Gradmesser. Wer bei der Tour ganz vorne mitfährt, hat richtig was erreicht. Der ist ein richtig großer Sieger.

Gibt es eine Etappe, auf die Sie sich besonders freuen?

Brennauer: Ich freue mich eigentlich auf die ganze Rundfahrt. Wenn ich mir aber überlege, wo ich besonders gut sein könnte, dann ist das sicher auf den ersten Etappen. Die liegen mir deutlich mehr als die letzten, wo es richtig in die Berge geht.

Wie bereitet man sich auf so ein Rennen vor?

Brennauer: Da gibt es total unterschiedliche Herangehensweisen. Ich habe mich zum Beispiel dafür entschieden, zu Hause zu bleiben und mich hier vorzubereiten. Es gibt aber auch Fahrerinnen, die vorher noch den Giro d’Italia fahren, ebenfalls eine große Rundfahrt. Und andere gehen ins Höhentrainingslager.

Schaut man sich die Strecke eigentlich vorher an?

Brennauer: Manche Fahrerinnen haben das sicher schon gemacht oder werden es noch machen. Ich selbst werde auch ein paar Tage früher anreisen und die eine oder andere Schlüsselstelle genauer unter die Lupe nehmen. Das gibt einem ein besseres Gefühl, wenn man weiß, was auf einen zukommt. Natürlich kann man das aber nicht bei jedem Radrennen, das man fährt, so machen.

Ein Etappensieg bei der Tour – das wäre schon richtig cool für Sie, oder?

Brennauer: Auf jeden Fall! Das ist ein ganz, ganz großer Traum und ein total großes Ziel. Ich freu mich auch schon wahnsinnig auf den Tour-Teufel. Das ist ein Mann, der in einem Teufelskostüm rumrennt und die Fahrer anfeuert. Ich hoffe natürlich, dass er auch bei uns am Straßenrand steht!

(dpa)