1. Karlo Clever

Schauspielunterricht für Tiere

Schauspielunterricht für Vierbeiner : Mit Knackfrosch und Leckerli

Tierische Schauspieler müssen für ihre Rolle auch üben – so wie Menschen. Dann sieht das, was sie tun, leicht aus. Der Collie aus dem „Lassie“-Film stammt sogar aus einer Filmtierschule.

Der Hund Bandit weiß, was er zu tun hat. Er hebt die Pfote, legt sich hin oder bellt. Alles auf Befehl. „Dreh dich. Gut. Dreh dich“, sagt seine Trainerin Farina Klause und lobt: „Super gemacht!“ Zweieinhalb Jahre ist Bandit alt – und ein Filmstar. Im Film „Lassie – Eine abenteuerliche Reise“ spielt der Collie mit dem seidigen weiß-braunen Fell Lassie, die Hauptrolle. Er läuft seit Donnerstag in den Kinos.

Seit er ein Welpe war, ist Bandit bei Filmtiertrainerin Renate Hiltl in Wang. Das ist ein kleiner Ort in Bayern. Die Trainerin lebt dort auf einem Hof. Hunde, Katzen, Mäuse, Schafe, Ziegen, Hühner und Minischweine sind dort zu Hause. Viele standen schon vor der Kamera: fürs Kino, für Serien oder für Werbung. Etwa für die Kinderfilme „Pettersson und Findus“ und „Herr Bello“ oder die Fernsehserie „Racko – Ein Hund für alle Fälle“.

So ein Filmhund muss eine Menge lernen: Bei einem Filmdreh stehen oft viele Leute herum. Da darf der Hund sich nicht fürchten. Er muss geduldig sein. Und er muss gerne Kunststücke lernen. Damit das gut klappt, haben die Trainerinnen einen Trick: einen Knackfrosch. Wenn man auf dieses Spielzeug drückt, macht es „klick“. Farina Klause führt vor, wie sie mit Bandit übt. „Sitzen. Pfote. Andere Pfote. Steh“, sagt die 29-Jährige. Wenn der Hund alles richtig gemacht hat, lässt sie den Knackfrosch knacken und gibt Bandit ein Leckerli. So weiß er: Das war gut!

Aber auch ein Hund muss sich ausruhen, sonst verliert er die Lust. Als der „Lassie“-Film gedreht wurde, waren deshalb noch zwei andere Collies dabei. „Wenn Bandit krank werden würde, muss ja trotzdem weitergedreht werden“, erklärt Renate Hiltl. Und wenn Lassie nur im Hintergrund zu sehen ist, ist das oft eines der beiden anderen Tiere. „Das macht man nicht mit dem Haupthund, damit der für die wichtigen Szenen immer frisch und fit ist.“

Oft kommen Mädchen, die ein Praktikum machen wollen. „Viele denken, man ist nur am Filmset und trifft bekannte Schauspieler“, erzählt Renate Hiltl. Doch die meiste Zeit machen die Filmtiertrainerinnen andere Arbeit: Sie kümmern sich um die Tiere, füttern sie oder machen die Ställe sauber.